
Natur
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Schon als Kind wusste die Masterstudentin Anna Henriksson, dass die Natur in ihrem Leben einmal eine große Rolle spielen würde – und genauso sollte es auch kommen. Heute erforscht sie den Polarfuchs im norwegischen Spitzbergen. Erfahre, welche Vorbereitungen sie für ihre langersehnten Feldforschungen treffen musste.
Text: Anna Henriksson Fotos: Privat
Es war kurz vor Beginn der Polarnacht Mitte November 2023, als das Konzept für meine Masterarbeit langsam Formen annahm. Das Problem – Läuse im Fell von Polarfüchsen – war 2019/2020 erstmals entdeckt worden. Seitdem arbeiteten meine Betreuerinnen Eva und Rebecca daran. Sie hatten mich mit offenen Armen empfangen und meinen Beitrag zu diesem Thema von Anfang an unterstützt.
Polarfüchse leben in einer kalten und rauen Umgebung. An diese Bedingungen haben sie sich auf unterschiedliche Art und Weise angepasst. Ihr wichtigster Schutz ist das Fell – denn nur damit können sie im hohen Norden überhaupt überleben. 2019 wurde im Fell einiger Polarfüchse jedoch eine neue Läuseart entdeckt, die an Hals und Rücken zu Haarverlust in abnormalen Mustern führte – ausgerechnet dort, wo das Fell für gewöhnlich am dicksten ist. Es war nicht viel darüber bekannt, wie sich ein derartiger Läusebefall auf die allgemeine Gesundheit der Polarfüchse und auf ihre Fähigkeit, in der Kälte nicht zu frieren, auswirkt. Mit meinem Projekt wollte ich mehr darüber erfahren.
Ich wusste, dass ich viel lernen musste, aber dass es sicher auch Spaß machen würde!
Anna Henriksson
Das Ziel meiner Mission: Ich wollte herausfinden, wie viele Läuse ein Fuchs hat. Außerdem wollte ich die thermischen Eigenschaften des Fells messen und die Veränderungen der Fellqualität, -tiefe und -farbe erfassen, die durch die Läuse verursacht worden waren. Neben dem Einsatz etablierter Forschungsmethoden plante ich auch eine Pilotstudie. Ich wollte mithilfe von Wärmebildkameras den Wärmeverlust von wild lebenden Polarfüchsen ermitteln, die möglicherweise von Läusen befallen waren. Eine derartige Ausrüstung hatte ich in der freien Natur noch nie benutzt und wusste auch nicht, ob und wie das funktioniert. Deshalb war ich voller Vorfreude, aber auch sehr aufgeregt – ich wusste, dass ich viel lernen musste, aber dass es sicher auch Spaß machen würde!



Ich hatte nur wenige Monate, um mich vorzubereiten. Im Frühling besorgte ich alles, was für die Feldforschung in der Arktis nötig war. Ich las Tag und Nacht Fachliteratur und wissenschaftliche Artikel, um mir ein gutes Grundwissen über die Themen anzueignen, die mir begegnen sollten. Mit Unterstützung meiner Betreuerinnen sowie der Ingenieurinnen und Ingenieure der Universität organisierte ich die nötigen Kameras, die richtige Kleidung und meine Ausrüstung. Möglich war all das nur durch die Finanzierung, die ich über die Arctic-Field-Förderung des Research Council of Norway erhielt.
Während der gesamten Vorbereitung musste ich allerdings immer daran denken, wie außergewöhnlich hart der nächste Winter für alle Polarfüchse werden würde, die von dieser neuen Läuseart befallen sind. Ich machte mir Sorgen um sie. Wie würden die Auswirkungen wohl aussehen?
Lies hier weiter, wie Annas Feldforschungen abliefen.
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