
Fjällräven Polar
Lesedauer 6 Minuten
Wenn du in den Wintermonaten Zeit in der Natur verbringen willst, musst du lernen, mit der Kälte zurechtzukommen. Am meisten erfährst du dazu von den wahren Experten: den Schlittenhunden des Fjällräven Polar, die sich perfekt an Kälte und extreme Bedingungen angepasst haben. Hier sind fünf Dinge, die wir von diesen Eingeborenen des Winters lernen können.
1. Schütze dich mit mehreren Schichten
Das klassische Schichtensystem oder Zwiebelprinzip für den Winter besteht aus drei bis vier Kleidungsschichten – vom Baselayer direkt auf der Haut, der dich trocken hält, bis zur Shell oder Außenschicht, die dich vollständig vor Regen, Wind oder Schnee schützt.
Das Fell eines Schlittenhundes funktioniert auf ähnliche Weise, allerdings in einem effizienten Zweischichtsystem. Das innere Fell, das dem Körper am nächsten liegt, besteht aus sehr feinen Haaren, ähnlich wie Daunen, und dient als perfekte Isolierschicht, um den Körper warm zu halten.
Der Schlüssel zu dieser Schicht ist Luft. Die Luft im Inneren eines Kleidungsstücks (oder im Fell eines Hundes) ist entscheidend für die Isolierung, da Luft die Kälte schlecht leitet. Kleidung, Handschuhe und Schuhe, die zu eng anliegen, haben weniger Platz für Luft und sind deswegen keine guten Isolatoren. Achte daher darauf, dass deine Kleidungsschichten nicht zu eng sitzen, damit die Luft eingeschlossen werden kann und du länger warm bleibst.
Das Außenfell eines Schlittenhundes ist glänzend, dick und widerstandsfähig. Es hält Sonne, Schnee, Regen und andere Wettereinflüsse vom feinen Innenfell fern. Eine Shelljacke erfüllt einen ähnlichen Zweck. Sie sollte dich vor den Elementen schützen und gleichzeitig sehr atmungsaktiv sein, d. h. die Jacke sollte überschüssige Wärme oder Feuchtigkeit, die der Körper erzeugt, abtransportieren. Das verhindert einen Feuchtigkeitsstau im Inneren der Jacke.
Wenn es um das Feuchtigkeitsmanagement geht, müssen wir Menschen wesentlich härter arbeiten als Hunde. Da diese nicht schwitzen, sondern ihre Körpertemperatur durch Hecheln regulieren, muss ihr Fell nicht in gleicher Weise atmungsaktiv sein wie die Kleidungsschichten für Menschen.
Für uns stellt das Feuchtigkeitsmanagement bei langen Ausflügen in die Natur die größte Herausforderung dar, vor allem im Winter. Schwitzen und Nässe sind bei winterlicher Kälte um jeden Preis zu vermeiden, denn nasse Unterwäsche leitet die Wärme bis zu 20-mal effizienter vom Körper weg als trockene Kleidung. Daher ist es wichtig zu wissen, welche Schichten man wann tragen sollte, um trocken und damit warm zu bleiben.
2. Energieeffizient sein
Energieeffizienz ist der Schlüssel zum Erfolg einer mehrtägigen Winterexpedition. Schlittenhunde sind die ultimativen Ausdauersportler. Sie laufen so energieeffizient wie möglich: Sie fressen Schnee, um sich während des Laufens zu rehydrieren, sie koten während des Laufens und ruhen sich nach mehreren Stunden Fahrt sofort aus, um für die bevorstehenden Aufgaben wieder aufzutanken.
Dein Körper verbraucht bei Kälte weitaus mehr Kalorien als bei wärmeren Temperaturen. Daher ist es wichtig, dass du deine Energie wohlüberlegt einsetzt. Schneeschuhe sind zum Beispiel sehr praktisch, wenn du im Lager herumläufst. So bleibst du auf der Schneedecke stehen, statt in sie einzusinken, was sehr viel Energie kostet. Schneeschuhe sind den Pfoten eines Schlittenhundes nicht unähnlich. Diese sind etwas größer und erstrecken sich über eine größere Fläche als bei anderen Hunderassen. Dadurch verteilen sie das Gewicht des Hundes gleichmäßig auf die Schneeoberfläche.
3. Essen und Trinken stehen an erster Stelle
Bei jedem Winterabenteuer ist das Trinken wichtiger als das Essen. Eine gute Flüssigkeitszufuhr ist eine der einfachsten, aber auch wichtigsten Regeln bei einer Expedition. Du solltest sie nicht auf die leichte Schulter nehmen. Viele Fehler, die während einer langen Expedition gemacht werden, sind auf Dehydrierung zurückzuführen. Sie hat Konzentrationsschwäche und Lethargie zur Folge. Das kann die gesamte Expedition – und damit auch das Team – gefährden. Es ist oft nicht sehr verlockend, während einer Reise bei -30 °C regelmäßig einen Schluck warmes Wasser trinken zu müssen. Aber das ist notwendig, wenn ein Team gesund und konzentriert bleiben soll.
Für Schlittenhunde ist es oft kein Problem, ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen, da sie bei Bedarf leicht Schnee im Maul schmelzen können. Aber sie müssen einen gesunden Appetit haben. Bei einem mehrtägigen Rennen fressen sie kalorienreiches Fleisch, das von ihrem Musher, der die Nahrungsaufnahme stets im Auge behalten muss, zerkleinert und aufgewärmt wird. Die goldene Regel bei einer Hundeschlittenexpedition? Die Hunde kommen immer zuerst (und essen immer vor den Menschen).
4. Teamarbeit ist das A und O
In einem Schlittenhunderudel hat jeder Hund seine Stärken und Schwächen, genau wie wir Menschen. Und wie jedes Expeditionsteam benötigt es eine gute Strategie, klare Rollen und Verantwortlichkeiten, damit es gut funktioniert.
In der Welt des Hundeschlittensports wird dies durch die spezifische Positionierung der Hunde im Gespann definiert. Die Leithunde, die an der Spitze stehen, sind die Führer des Rudels. Ihre Aufgabe ist es, die Gruppe zu lenken und den anderen das Tempo vorzugeben. Die Schlittenhunde in der Mitte der Meute sind in der Regel die fleißigen Arbeiter, bei denen es auf Ausdauer ankommt. Sie helfen auch, die Richtung des Rudels zu bestimmen. Die Hunde im hinteren Teil, die dem Musher am nächsten sind, sind die Muskeln des Gespanns.
Es liegt am Musher, die richtige Mischung von Charakteren zu finden, die Fähigkeiten jedes Hundes optimal zu nutzen und jeden einzelnen zu motivieren. Aber vor allem müssen sich Musher und Hunde aufeinander verlassen können, um ein erfolgreiches Team zu werden: Die Hunde sind auf den Musher angewiesen, wenn es um Nahrung, Ruhe und Schutz geht – und der Musher ist auf die Hunde und ihre Ausdauer angewiesen, um keinen Schiffbruch in der Wildnis zu erleiden.
Genau so sollte es auch in einem menschlichen Team funktionieren. Es ist entscheidend, wie ein Team organisiert ist und wie es auf Herausforderungen oder unerwartete Ereignisse reagiert. Einige müssen vielleicht in bestimmten Fällen für andere Teammitglieder einspringen. Die Grundlage für ein gutes Team ist jedoch, dass man weiß, wo die Stärken und Schwächen liegen, dass man gut kommuniziert, dass man einen guten Plan hat und dass man sich bei Bedarf gegenseitig hilft.
5. Immer aktiv bleiben
Schlittenhunde gehören zu den schnellsten Langstreckenläufern der Welt. Da sie protein- und fettreiche Nahrung effizient verarbeiten, können sie problemlos stundenlang am Stück laufen. Menschen sind nicht annähernd so ausdauernd wie ihre Hunde. Daher ist es wichtig, dass wir immer aktiv bleiben, um uns unter winterlichen Bedingungen über einen längeren Zeitraum warmzuhalten.
Wenn du einen mehrtägigen Ausflug oder eine Expedition planst, ist das meist kein Problem. Auf einem Hundeschlitten ist der Musher immer aktiv, um die Hunde zu lenken, zu führen und ihnen in schwierigem Gelände zu helfen. Auch beim Zelten gibt es immer etwas zu tun: Man muss Schnee kochen oder Wasser holen, Zelte aufbauen oder ein Lagerfeuer entzünden.
Aber egal, welche Aktivität du geplant hast: Es ist wichtig, dass du aufmerksam bleibst und frühzeitig erkennst, wenn eine Stelle deines Körpers der Kälte ausgesetzt ist. Damit vermeidest du, dass du wertvolle Energie verschwenden musst, um dich wieder aufzuwärmen.
Ob du mit den Zehen wackelst, einem Teamkollegen bei einer Aufgabe hilfst oder vor dem Schlafengehen Hampelmänner machst, um dich für den Schlafsack aufzuwärmen – wenn du aktiv bleibst, bleibt dein Blut in Bewegung, bleiben dein Körper und deine Gliedmaßen warm und bleibst du in guter Verfassung für alles, was vor dir liegt.
Veröffentlicht In
Verwandte Artikel
Weitere Artikel zum Fjällräven Polar

Fjällräven Polar
Lesedauer 4 Minuten
Arktische Wildnis, gefrorene Landschaften, zwanzig Menschen aus aller Welt und ein 300 km langes Abenteuer auf dem Hundeschlitten, das du nie wieder vergessen wirst. Das ist der Fjällräven Polar – aber was genau passiert dort eigentlich?
Mehr lesen
Fjällräven Polar
Lesedauer 10 Minuten
Ein arktischer Sturm, eisige Kälte in der Nacht und anstrengende Tage auf dem Hundeschlitten – trotz aller Strapazen hat der Fjällräven Polar 2023 bei Katrin Riedmayr vieles zum Positiven verändert. Eine Geschichte über Freundschaften, Selbstvertrauen, Polarlichter und die Liebe zu Hunden.
Mehr lesen
Fjällräven Polar
Lesedauer 4 Minuten
Bist du bereit, deine Komfortzone zu verlassen? Dann bist du hier genau richtig. Hier erfährst du alles über die Teilnahmebedingungen, die Challenge und die wichtigsten Termine. So bewirbst du dich für den Fjällräven Polar 2026!
Mehr lesen




