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So definieren wir Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit
Lesedauer 7 Minuten
Christiane Dolva Törnberg, Head of Sustainability bei Fjällräven, erklärt uns, was Nachhaltigkeit eigentlich ist und wie sie Entscheidungen beeinflusst.

Nachhaltigkeit steht heutzutage für viele an erster Stelle – für Fjällräven hat sie schon seit 1960 Priorität. Aber was genau ist das eigentlich – Nachhaltigkeit? Christiane Dolva Törnberg, Head of Sustainability von Fjällräven, erklärt es so: „Nachhaltigkeit heißt, ein System zu entwickeln, in dem wir unsere heutigen Bedürfnisse befriedigen können, ohne die Fähigkeit künftiger Generationen, ihre Bedürfnisse zu befriedigen, zu beeinträchtigen oder zu verletzen.“
Was bedeutet Nachhaltigkeit für Fjällräven?
Auf die Welt von Fjällräven angewendet, bedeutet diese These folgendes: Wir wollen Ausrüstung entwickeln, die Menschen dazu befähigt, Zeit in der Natur zu verbringen, ohne die Fähigkeit künftiger Generationen zu beeinträchtigen, die Natur genauso zu genießen.

Bei Fjällräven behandeln wir Nachhaltigkeit nicht als gesondertes Projekt – sie ist der Kern von allem, was wir tun.

Christiane Dolva Törnberg

Head of Sustainability von Fjällräven

Das ist ein Balanceakt, der nicht zu unterschätzen ist. Aber wenn Nachhaltigkeit konsequent umgesetzt wird, wirkt sie sich auf alle Geschäftsbereiche des Unternehmens aus – vom Zeichenbrett bis zu dem, was mit den Produkten am Ende ihres Lebenszyklus geschieht. Die Entscheidungen, die man aus der Perspektive der Nachhaltigkeit trifft, beeinflussen sämtliche Prozesse. Diese Entscheidungen sind unter ökologischen und sozialen Gesichtspunkten besser und berücksichtigen das Wohlergehen der betroffenen Menschen. Bei Fjällräven behandeln wir Nachhaltigkeit nicht als gesondertes Projekt – sie ist der Kern von allem, was wir tun.
„Es ist wichtig, sowohl uns selbst als auch unsere Kunden darüber aufzuklären, was Nachhaltigkeit alles umfassen kann“, sagt Christiane. „Sie ist ein sehr breites Konzept, das viele Anwendungsbereiche und unterschiedlichste Blickwinkel hat.“
Wie gewährleistet Fjällräven die Nachhaltigkeit seiner Produkte?
Bei ihrer Arbeit ist für Christiane und alle bei Fjällräven ein Aspekt besonders wichtig: Die Produkte sollen so lange halten wie nur möglich. Bei der Herstellung aller Produkte achten wir daher auf Langlebigkeit und Zeitlosigkeit.
„Alles, was wir tun, hat unbestreitbar Auswirkungen. Wir müssen sicherstellen, dass diese Auswirkungen so eingesetzt werden, dass sie den bestmöglichen Nutzen erzielen“, sagt Christiane. Unsere Produkte sollen so gemacht sein, dass du sie so lange wie möglich einsetzen kannst – und auch willst. Daher sollen sie in Look und Design zeitlos sein und eine emotionale Bindung erzeugen, damit du sie auch lange tragen und behalten willst. Christiane befolgt diese Philosophie selbst: Sie trägt eine Jacke, die sie von ihrer Großmutter bekommen hat – ein zeitloses Fjällräven Teil, das noch genauso gut funktioniert und aussieht wie am ersten Tag.
Die Produkte sind auch so designt, dass sie leicht zu reparieren sind. Außerdem bietet Fjällräven in Outdoorläden europaweit Stationen, an denen man seine Sachen wachsen lassen kann. Die Imprägnierung mit einer Extraportion Greenland Wax schützt die Produkte zusätzlich vor Abnutzung und dem Wetter. Das kannst du sogar selbst zu Hause erledigen. Dazu haben wir einen ausführlichen Guide erstellt: Hier erfährst du alles darüber, wie du deine Fjällräven Produkte optimal wachsen kannst.
Wie ist nachhaltiges Denken sonst noch in der Geschäftstätigkeit von Fjällräven verankert?
Fjällräven will Menschen dazu inspirieren, im Einklang mit der Natur zu leben. Dieser Aspekt ist eng mit unseren Nachhaltigkeitsbemühungen verwoben, auch wenn das auf den ersten Blick nicht offensichtlich sein mag.
Ein gutes Beispiel dafür ist der Fjällräven Classic – ein jährlicher Event, der an unterschiedlichen Orten in aller Welt ausgetragen wird. Er hat zum Ziel, mehr Menschen dazu zu bringen, das Leben in der Natur zu entdecken. Die ursprüngliche Idee dazu stammt von Åke Nordin, dem Gründer von Fjällräven. Er lud schon in den 1970er-Jahren Menschen dazu sein, die Natur mit seiner neuen, funktionellen und langlebigen Bekleidung und Ausrüstung zu erleben. Dieses Konzept haben wir stetig weiterentwickelt, bis daraus 2005 der erste Fjällräven Classic in Schweden entstand. Seitdem hat sich das Interesse an mehrtägigen Wanderungen im Stil einer Expedition weltweit verbreitet: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer tragen bei diesen Mehrtageswanderungen ihre Ausrüstung selbst, stellen ihre Zelt selbst auf, kochen ihr Essen selbst und wandern in einem Tempo, das sie selbst vorgeben – zusammen mit Menschen wie dir und mir.
Was das mit Nachhaltigkeit zu tun hat? „Wir wissen, dass den Menschen der Schutz der Natur mehr am Herzen liegt, wenn sie dort Zeit verbracht haben“, stellt Christiane klar. „Der Fjällräven Classic ist eine weitere Möglichkeit für uns, etwas zu bewirken.“
Fjällräven ist 2019 der UN-Klimaschutzcharta der Modeindustrie (UN Sustainable Fashion Charter for Climate Change) beigetreten. „Damit wollen wir dazu beitragen, den Kampf gegen den Klimawandel zu beschleunigen“, sagt Christiane. „Außerdem wollen wir unser Engagement beweisen und unser Wissen mit der Industrie teilen.“ Die Klimaschutzmaßnahmen, die in den nächsten Jahren bevorstehen, sind massiv. Wir freuen uns, unsere Bemühungen in diesem Bereich in Zusammenarbeit mit der gesamten Branche fortzusetzen.

Bei Nachhaltigkeit geht es definitiv nicht nur darum, die Auswirkungen zu minimieren, sondern auch darum, das Innovationspotenzial zu maximieren

Christiane Dolva Törnberg

Head of Sustainability von Fjällräven

Aber wir nehmen auf der Suche nach Verbesserungen nicht nur jeden Teil unserer Prozesse unter die Lupe – wir haben auch die weltweit tätige Arctic Fox Initiative ins Leben gerufen. Sie entstand aus einer Zusammenarbeit mit der Universität Stockholm, nachdem wir ein Jahrzehnt lang deren Forschungen zum Polarfuchs (engl. „arctic fox“) unterstützt hatten. Schließlich hat Åke Nordin unsere Firma nach dem Tier benannt – „fjällräv“ ist das schwedische Wort für Polarfuchs.
„Wir unterstützen die wichtige Feldarbeit der Universität immer noch durch die Finanzierung einer neuen Doktorandenstelle“, berichtet Christiane. „Wir erforschen das Habitat der Polarfüchse also weiterhin. Aber es war Zeit, über die Grenzen zu schauen.“ Daher hat Fjällräven die Arctic Fox Initiative in eine weltweit agierende Wohltätigkeitsorganisation umgewandelt. Sie fördert gute Ideen zum Schutz der Umwelt und bestärkt Menschen in aller Welt, in die Natur zu gehen. Mehr über die Arctic Fox Initiative erfährst du hier (Artikel auf Englisch).
Welche Rolle spielt Innovation in der Zukunft der Nachhaltigkeit?
Beim Thema Nachhaltigkeit denken viele, dass es nur darum geht, die Nutzung von Ressourcen zu minimieren und einzuschränken. Aber in Wirklichkeit gibt es viele Gründe, die für die Bemühung um mehr Nachhaltigkeit sprechen – in Unternehmen ebenso wie in der gesamten Industrie und der Gesellschaft als Ganzes.
Als wir erstmals einen Weg suchten, unsere Keb Eco-Shell Jacken und Hosen ohne den Einsatz von per- und polyfluorierten Alkylverbindungen (PFAS) zu imprägnieren, war die Auswahl gering. Aber wir sind drangeblieben – und heute werden alle Stoffe von Fjällräven ohne den Einsatz von PFAS hergestellt.
Ähnlich war es mit unseren Produkten aus Wolle: Inzwischen nutzen wir ausschließlich recycelte Wolle, wiedergewonnene Wolle und rückverfolgbare Wolle. Dennoch liegt weiterhin ein langer Weg vor uns. Es gibt viele Bereiche, in denen wir noch mehr tun können. Aber wir bewegen uns in die richtige Richtung – auch wenn es manchmal langsamer vorangeht, als wir es uns erhofft haben.
Ein Beispiel dafür, dass es sich lohnt, zusätzliche Anstrengungen zu unternehmen, ist die Einführung des Fjällräven Daunenversprechens im Jahr 2014. Es besagt, dass die gesamten von Fjällräven genutzten Daunen zu hundert Prozent rückverfolgbar sind. Bei der Produktion steht das Tierwohl an oberster Stelle. Dazu kommen hohe Qualitätsstandards – wie bei allem, was wir tun.
Es ist ein langer Weg, der immer wieder Schlaglöcher bereithält. Aber langsam kommen wir dort an, wo wir ursprünglich hinwollten. Es gibt noch viele weitere Beispiele, wie Nachhaltigkeitsziele Innovationen bei Materialien und Produktionsprozessen von Fjällräven angestoßen haben. „Bei Nachhaltigkeit geht es definitiv nicht nur darum, die Auswirkungen zu minimieren, sondern auch darum, das Innovationspotenzial zu maximieren“, stellt Christiane klar.
Momentan untersuchen wir, wie wir dieses Potenzial auch in unseren Geschäftsmodellen maximieren können. Vielleicht können wir das alles so drehen und wenden, dass wir die Menschen immer noch dazu inspirieren, ein Leben in der Natur zu führen und dabei langlebige, funktionelle Produkte zu verwenden – aber möglicherweise auf eine andere Weise, die noch nachhaltiger ist.
In Sachen Nachhaltigkeit können wir uns immer noch weiter verbessern – es ist ein fortlaufender Prozess. „Die Ära der Nachhaltigkeit in Verbindung mit Innovation und Unternehmensentwicklung ist angebrochen“, freut sich Christiane. „Wir können also davon ausgehen, dass wir in Zukunft noch viel öfter erleben werden, wie Nachhaltigkeit das Geschäft und die Innovationen vorantreiben wird.“
Christiane hat „bei Fjällräven ein Zuhause gefunden, weil ich meine Liebe zum Leben in der Natur mit meiner Liebe kombinieren kann, unsere Auswirkungen auf Natur, Menschen und Tiere zu verringen“. Das fasst genau das zusammen, was wir tun und auch weiterhin tun wollen – weil wir nie aufhören wollen, uns zu verbessern.

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