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Europäer sind leidenschaftliche Kaffeetrinker. Gemäß der International Coffee Organization (ICO) führen die Finnen mit durchschnittlich 12 Kilogramm pro Person und Jahr die Rangliste an. Es folgen die Norweger und Isländer. Fakt ist: Wir lieben unsere tägliche Dosis schwarzes Gold. Und wir möchten auch in der Natur nicht darauf verzichten.
„Kaffee schmeckt einfach noch besser an der frischen Luft, wie Essen auch“, sagt Chad Ellingson von Autobahn Coffee. „Man ist nicht so kritisch, wenn man von purer Wildnis umgeben ist.“
2018 war Chad beim Fjällräven Classic Schweden dabei, wo er Hunderten Wanderern mit Koffeinentzug eine frisch gebraute Tasse Kaffee servierte. „Wir haben 24 Kilogramm Kaffee mitgenommen, was ziemlich verrückt ist. Glücklicherweise musste ich nicht alles selbst schleppen. Das Eventteam hat sich darum gekümmert, dass per Lufttransport an jedem Checkpoint acht Kilogramm Kaffee bereitstanden.”
Chad kommt aus Oregon in den USA. Er zog ursprünglich für ein Master-Studium nach Schweden, dann „kam das Leben dazwischen“: Er blieb und arbeitete als wissenschaftlicher Mitarbeiter. Doch als er vor einigen Jahren für die Arbeit nach Äthiopien reiste, hatte er ein Schlüsselerlebnis.
„Ich sah all diese lokalen Kaffeebauern, die ihren eigenen Kaffee in kleinen Hütten mahlten und aufbrühten, und habe mich inspirieren lassen. Genau das wollte ich auch machen.“
Er hatte keinerlei Erfahrung mit Kaffee und kannte nicht viel mehr als seine Lieblingssorte – „Kenianischen Kaffee mag ich besonders gerne. Er ist leicht, aromatisch und besitzt eine feine Säure.“ Darum konnte er nicht einfach im nächstbesten Café anheuern. Er entschloss sich, es auf eigene Faust zu versuchen. Das Ergebnis war ein Fahrrad. Ein besonderes, aber dennoch ein Fahrrad.
Im Sommer 2014 servierte Chad seinen Kaffee an die größten Feinschmecker (und Hipster) in Stockholm. Nach dem Wintereinbruch musste er seine Pläne jedoch erst einmal auf Eis legen.
Doch er wusste seine Zeit zu nutzen. Er reiste, wanderte, zeltete und verbrachte viel Zeit in der Natur, häufig mit einer Tasse Kaffee in der Hand (und mit vielen Bildern auf Instagram im Gepäck).
„Dabei habe ich realisiert, dass es mir darum geht, andere dazu zu ermutigen, bei jedem Wetter rauszugehen und sich eine gute Tasse Kaffee zu gönnen“, fasst er seine Leidenschaft zusammen.
Wie bereitet man nun mitten in der Natur den perfekten Kaffee zu? Hier kommen Chads Tipps:
- „Das A und O ist ein qualitativ hochwertiger Kaffee – vergiss Instantpulver und verwende stattdessen lieber gemahlenen Kaffee von deiner Lieblingsrösterei.“
- „Verwende sauberes Wasser. Beim Fjällräven Classic in Schweden hatte ich ziemliches Glück. Das Wasser aus den Bächen schmeckte sehr gut. Denk daran, dass der Geschmack des Wassers auch den Geschmack des Kaffees beeinflusst. Stelle also immer sicher, dass das Wasser geschmacksneutral ist.“
- „Du brauchst keine aufwendigen Hilfsmittel. Koche den Kaffee stattdessen einfach im Wasser. Gib ein paar Löffel gemahlenen Kaffee in einen halben Liter Wasser, erhitze das Wasser fast bis zum Siedepunkt (idealerweise auf 96 °C). Brühe den Kaffee anschließend einige Minuten lang und gönne dem Kaffeesatz etwas Zeit, um sich abzusetzen. Gieße den Kaffee anschließend langsam in eine Tasse – damit der Kaffeesatz im Topf zurückbleibt.“
Wer kein heißes Wasser zur Verfügung hat, kann Chads Anleitung für Cold-Brew-Kaffee folgen: „Ich lasse den Kaffee einfach über Nacht in klarem, kaltem Wasser ziehen, mindestens zwölf Stunden lang. Dann habe ich am Morgen perfekten, eisgekühlten Kaffee parat. Im Sommer hilft kalter Kaffee super beim Aufwachen.“
Chad ist mittlerweile in die USA zurückgekehrt, kocht und trinkt aber immer noch Kaffee in der Natur. Du kannst seinem Unternehmen, Autobahn Coffee, auf Instagram folgen.
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