
Abenteuer
Lesedauer 5 Minuten
Der Outdoor-Enthusiast und YouTuber Ted Weirum gibt uns wertvolle Tipps für das Campen im Winter.
Nimm dir von vornherein vor, die Tour wirklich zu leben und nicht nur zu überleben. Genieße jeden Moment. Viel Glück, pass gut auf dich auf und vergiss deine Stirnlampe nicht!
TED WEIRUM
An vielen Orten auf der Nordhalbkugel hat der Winter Einzug gehalten, auch in unserem Heimatland Schweden. Daher haben wir uns mit Ted Weirum zusammengesetzt, um uns Tipps für das Campen im Winter zu holen. Ted ist ein Outdoorabenteurer und eine YouTube-Personality. Für seine Follower erstellt er großartige Videos, in denen er die Ausrüstung erklärt, die er in der Natur verwendet. Er schreibt auch regelmäßig für unseren Foxtrail-Blog. Vor kurzem hat er uns erzählt, dass er die ideale Person sei, um uns Tipps für das Wintercamping zu geben – weil er selbst anfangs alle Fehler begangen hat, die man machen kann!
Tipp 1: Sei ausgeruht, wenn dein Abenteuer beginnt
Der Winter in Teds Heimat Südschweden ist weder so extrem trocken noch so kalt wie im Norden des Landes. Für echte Wintercamping-Erlebnisse muss er daher Richtung Polarkreis fahren. Diese weite Anreise bildet den Hintergrund für Teds ersten Tipp: „Bei meinem ersten Wintertrip habe ich das nicht beachtet. Wir sind damals mit dem Auto in den Norden gefahren. Das dauert fast zwei Tage. Daher waren wir bei unserer Ankunft nicht gerade ausgeruht. Trotzdem sind wir sofort auf die Tour aufgebrochen, anstatt uns erst einen Tag zu erholen und zu akklimatisieren. Daher lautet mein erster Tipp: Du solltest entweder den Ausgangspunkt deines Abenteuers gut ausgeruht erreichen – oder pausieren und deine Tour erst beginnen, wenn du deine Energiereserven wieder voll aufgeladen hast.“
Tipp 2: Empfehlungen zur Ausrüstung – Ski statt Schneeschuhe und ein Schlitten für dein Equipment
Sein erstes Wintercamping-Abenteuer führte Ted von Abisko nach Nikkaluokta. Er hatte entschieden, die Tour auf Schneeschuhen zurückzulegen. Aus dieser Erfahrung heraus stammt Teds zweiter Tipp für das Wintercamping: „Lange Rede, kurzer Sinn – es war eine ganz schlechte Idee, mit Schneeschuhen zu gehen! Wir hatten einfach zu wenig Erfahrung mit unserer Ausrüstung. Ich würde jedem empfehlen, sich Ski und keine Schneeschuhe anzuschnallen. Wir hatten uns für Schneeschuhe entschieden, weil wir keine Erfahrung mit Ski hatten. Aber mit Schneeschuhen dauerte die Tour extrem lang. Mit Ski ist man viel besser dran – wie ich dann auf meinen nächsten Expeditionen herausgefunden habe. Mit Ski kannst du nämlich viel mehr transportieren. Das ist wichtig, weil es so kalt ist und du viel Ausrüstung brauchst. Aber das musst du nicht alles auf dem Rücken tragen. Viel besser ist ein Schlitten. Darauf kannst du viel mehr transportieren als im Rucksack. Mein zweiter Tipp lautet daher: Bei längeren Entfernungen oder mehrtägigen Abenteuern solltest du Ski sowie einen Schlitten benutzen, mit dem du deine Ausrüstung ziehen kannst.“
Tipp 3: Zeltaufbau im Schnee – bleibe flexibel und achte auf die Uhrzeit
Teds nächste Tipps betreffen das Aufbauen eines Zelts im Schnee. Beim Wintercamping mag es eine schöne Idee sein, sich einen Punkt auf der Karte auszusuchen und diesen dann anzusteuern. Aber wichtiger ist es, sich an die tatsächliche Situation anzupassen. „Wenn du merkst, dass du dein Ziel nicht rechtzeitig erreichen wirst, solltest du schon im Laufe des Tages nach einer geeigneten Alternative Ausschau halten. Das ist besser als mitten in der Nacht, wenn es dunkel und schwieriger ist, einen guten Ort zu finden. Schlage dein Lager also rechtzeitig auf und scheue dich nicht, dafür deine ursprünglichen Pläne zu ändern. Du musst nämlich bedenken, dass du möglicherweise noch eine Schneemauer bauen oder den Boden einebnen musst, damit das Zelt nicht versinkt. Es gibt viel zu erledigen, bevor du wirklich schlafen gehen kannst. Daher solltest du entweder rechtzeitig an deinem Ziel ankommen oder schon früher als geplant Halt machen.“
Zusammengefasst bedeutet das, dass du immer bereit sein musst, dich an die tatsächliche Lage anzupassen, statt stur an deinem vorgefassten Plan festzuhalten. Du brauchst viel Zeit, um das Lager vorzubereiten und das Zelt aufzubauen.
Tipp 4: Schlafen im Schnee – nutze eine heiße Wasserflasche, zwei Isomatten und ein Kopfkissen
Alle Follower von Ted wissen, dass er großen Wert auf guten Schlaf legt, wenn er im Freien übernachtet. Daher ist er ein großer Fan von aufblasbaren Kopfkissen und hat immer eines dabei, wenn er zu einem Outdoor-Abenteuer aufbricht. Außerdem nutzt er gerne zwei übereinandergelegte Isomatten, um sich vor dem kalten Boden zu schützen.
Ein weiterer seiner Ratschläge lautet: „Nimm eine Wasserflasche mit, die etwas dickere Wände hat, also eine Thermosflasche. Dann kannst du dir Wasser kochen und es in die Flasche füllen, bevor du schlafen gehst. Achte darauf, dass die Flasche dicht und gut geschlossen ist. Dann legst du sie in deinen Schlafsack und hältst sie dir an den Bauch, sodass sie dich in der Nacht wärmt. Diese heiße Wasserflasche wird dir stundenlang Wärme spenden. Wenn möglich, solltest du zum Schlafen außerdem deine Kleidung wechseln, einen neuen Baselayer und dickere Socken anziehen. Es ist nicht gut, in der nassen oder feuchten Kleidung zu schlafen, die du tagsüber getragen hast. Dann beginnst du schnell zu frieren.“
Tipp 5: Passe deine Kleidung an die Bedingungen an
Teds wichtigste Regel im Hinblick auf die Bekleidung für ein Outdoorabenteuer lautet, dass du auf die unterschiedlichsten Situationen vorbereitet sein musst. „Tagsüber bewegt man sich normalerweise viel. Dafür brauche ich Kleidung, die mich vor dem Wind schützt, aber sich auch zum Belüften öffnen lässt, sodass ich überschüssige Wärme abdampfen lassen kann. Außerdem nehme ich drei Paar Handschuhe mit: Innenhandschuhe aus Merinowolle, ein dickeres Paar, das vor dem Wind schützt, und ein richtig dickes Paar, dass die Hände warmhält. Als Kopfschutz trage ich tagsüber eine dünnere, windfeste Mütze. Abends setze ich eine dickere auf, die mich wärmt. Ich nehme immer zwei Baselayer mit, einen für tagsüber, wenn man sich bewegt, und einen dickeren für die Nacht, wenn man nicht aktiv ist und einfach Wärme benötigt. Das Gleiche gilt für die Jacken: Man sollte zum einen eine dünnere Shelljacke dabeihaben, die vor dem Wind schützt. Zum anderen braucht man eine superwarme Jacke für die Zeit, in der man sich nicht viel bewegt, zum Beispiel die Fjällräven Expedition Down Jacket. Ebenso wichtig sind die richtigen Socken: Tagsüber trage ich Socken aus Merinowolle, abends ziehe ich dann frische, trockene und dickere Socken an, um meine Füße in der Nacht warmzuhalten.“
Wenn du diese Tipps befolgst, die auf den Erfahrungen von Ted aufbauen, bist du schon auf dem besten Weg zu einem aufregenden und gut vorbereiteten Winterabenteuer. In unserem Blog findest du noch viele weitere Ratschläge für das Campen oder Wandern bei winterlichen Bedingungen. Informationen zum jährlichen Fjällräven Polar und weitere Tipps für die Planung einer Winterexpedition erhältst du auf unserer Polar-Website.
Abschließend hat Ted uns noch einen letzten Tipp für die nächste Wintercamping-Tour gegeben: „Nimm dir von vornherein vor, sie wirklich zu leben und nicht nur zu überleben. Genieße jeden Moment. Viel Glück, pass gut auf dich auf und vergiss deine Stirnlampe nicht!“
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