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Ein unerwartetes Wiedersehen

Fjällräven Classic
Lesedauer 4 Minuten
Stefan Mobark aus Malmö wanderte schon als Kind gerne. Er verbrachte den Großteil seiner Zeit in der Natur mit den schwedischen Pfadfindern. Dreißig Jahre später erlebte er auf dem Flohmarkt der Organisation ein unerwartetes Wiedersehen.
Wie Stefan hegte auch Fjällräven-Gründer Åke Nordin bereits als Kind eine tiefe Liebe zur Natur. Dort im Freien sprudelten die Ideen geradezu aus ihm heraus. Einen dieser Einfälle hatte er, als er sich im Alter von 14 Jahren auf einen Angelausflug vorbereitete. Er war frustriert, weil sich sein Rucksack unbequem und schwer anfühlte – egal, wie er ihn packte. Kurzerhand baute er mit der Nähmaschine seiner Mutter und dem Werkzeugkasten seines Vaters seinen ersten Rucksack mit einem druckentlastenden Holzrahmen. Zehn Jahre später gründete er Fjällräven. Das erste Produkt, das das Unternehmen auf den Markt brachte, war natürlich ein Rucksack mit Rahmen.
Sechs Jahrzehnte später gibt es noch immer Menschen wie Stefan, die Åkes Erfindung zu schätzen wissen. Stefan hat eigentlich immer nur Rahmenrucksäcke verwendet. Er mag, dass sie viele Fächer haben (vier große und ein weiteres auf dem Deckel), sodass er nur wenige Packtaschen braucht. Ihm gefällt auch, dass er dadurch leicht den Überblick über seine Ausrüstung behält: „Man muss das große Fach nicht so oft öffnen!“
Stefan trat den schwedischen Pfadfindern (heute Scouterna) als Jungpfadfinder bei. Schon bald wurde er Pfadfinder und schließlich Pfadfinderleiter. Die schwere Ausrüstung und die steilen Berge, die sie bei ihren Abenteuern bewältigen mussten, schreckten ihn nie ab. Ganz im Gegenteil – Stefan liebte es immer, auf Wanderschaft zu gehen. Später absolvierte er drei Fjällräven Classics: zwei in Schweden und einen in Dänemark. Er freut sich darauf, bald auch in Deutschland dabei zu sein.
„Mir gefällt die Unkompliziertheit dieser Events“, sagt Stefan. „Man meldet sich an und legt seine Pläne für die Anreise fest. Für den Rest ist gesorgt. Und das Beste ist, dass die Wanderung eine sichere Sache ist! Wenn man auf eigene Faust eine Wanderung mit anderen organisieren will, ist es immer schwer, einen Termin zu finden, der allen passt. Es ist toll, neue Leute zu treffen, wenn ich draußen in der Natur bin. Es gibt während des Trekkings aber auch Phasen, in denen ich alleine unterwegs bin, was ebenfalls schön ist.“

Ich traf einen Mann, der genau den gleichen Rucksack trug. Er musste seine Trekkingtour aber aufgrund einer Verletzung abbrechen. Als der Helikopterpilot ihn sah, rief er: ‚Oh, nein! Ein Rahmenrucksack – eine Erfindung des Teufels!’ Offenbar sind sie zu sperrig, um in einen Hubschrauber zu passen. Sagen wir mal so: Seitdem versuche ich immer, meine Trekkingtouren auch sicher zu Ende zu bringen.

Stefan Mobark

Um sich auf Trekkingtouren wie den Fjällräven Classic vorzubereiten, verlässt sich Stefan auf seinen altbewährten Fjällräven-Wanderrucksack, den er vor etwa 14 Jahren auf einem Flohmarkt der schwedischen Pfadfinder im schonischen Dorf Åkarp gekauft hat. Als er ihn zu Hause auspackte, machte er eine verblüffende Entdeckung: Ein Schlüsselanhänger an einem der Reißverschlüsse und die alte Schlafsackhülle im Innenfach kamen ihm bekannt vor.
Stefan lächelt, als er sich daran erinnert. „Ich war überzeugt, dass es sich um den Rucksack meines ehemaligen Pfadfinderleiters Magnus handelte. Natürlich erzählte ich ihm davon und fragte ihn, warum er eine solche Rarität freiwillig weggegeben hatte. Er erklärte mir, dass er durch Indien gereist und ein solcher Rahmenrucksack dafür nicht geeignet gewesen sei. Deshalb habe er ihn für einen guten Zweck zum Verkauf auf dem Flohmarkt abgegeben.“
Magnus war bis dahin der erste und einzige Besitzer des Rucksacks gewesen. Er hatte ihn seit 1980 besessen.
„Magnus hat ihn einmal an einen Pfadfinderkollegen verliehen“, erinnert sich Stefan. „Der Rucksack war schlecht gepackt und fiel in eine Felsschlucht in Skäralid. Das hätte sein Ende bedeuten können, aber wie durch ein Wunder überstand er den Sturz.“
Als Stefan 2015 an seinem ersten Fjällräven Classic in Schweden teilnahm, nutzte er Magnus’ Rucksack. Anders als der unglückselige Pfadfinderkollege behandelte er ihn wie einen Schatz. Und er war nicht der Einzige:
„Ich traf einen Mann, der genau den gleichen Rucksack trug. Er musste seine Trekkingtour aber aufgrund einer Verletzung abbrechen. Als der Helikopterpilot ihn sah, rief er: ‚Oh, nein! Ein Rahmenrucksack – eine Erfindung des Teufels!’ Offenbar sind sie zu sperrig, um in einen Hubschrauber zu passen. Sagen wir mal so: Seitdem versuche ich immer, meine Trekkingtouren auch sicher zu Ende zu bringen.“
Bis heute zieht Stefans Wanderrucksack auf den Trails zahlreiche bewundernde Blicke und Komplimente auf sich. Genau wie der Rest seiner Ausrüstung, die er ebenfalls schon seit vielen Jahren besitzt. Für Stefan ist das völlig in Ordnung. Er hat kein Interesse daran, etwas zu ersetzen, das noch funktioniert. Er sagt: „Es ist ein tolles Gefühl, einen 43 Jahre alten Rucksack voller Erinnerungen zu haben. Sowohl Magnus als auch ich haben ihn im Laufe der Jahre ausgiebig genutzt.“
Während Stefan mit der einen Hand über seinen Rahmenrucksack streift und mit der anderen nach einer Tasse Kaffee greift, kommt ihm der Gedanke, dass sein Rucksack und er nichts mehr beweisen müssen:
„Ich muss nicht die höchsten Gipfel erklimmen oder jeden Tag kilometerweit wandern. Ich möchte einfach nur Spaß haben, die Natur genießen, am Feuer sitzen und andere Wanderer treffen. Während des Fjällräven Classic in Schweden habe ich fünf Nächte in meinem Zelt auf dem Berg verbracht. Auch wenn die Route schneller zu schaffen gewesen wäre, wollte ich mich nicht stressen. Es ist nicht das Wandern, das mir am meisten Spaß macht. Es sind die Pausen.“

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