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Kånken: Die Geschichte

Geschichte
Lesedauer 5 Minuten
Von allen Fjällräven Produkten hat der schlichte und langlebige Kånken-Rucksack am meisten dazu beigetragen, weltweit die Bekanntheit unserer Marke zu steigern. Alles begann kurz vor den Sommerferien des Jahres 1978 ...
Du wirst fast überall auf der Welt einem Kånken begegnen, wenn du nur lange genug Ausschau hältst. Wie diese Produktfamilie von Rucksäcken, Totepacks, Mini-Rucksäcken und Accessoires ihren heutigen Status erlangt hat, ist eine Geschichte voller Problemlösungen, Fantasie, Innovationen und Hartnäckigkeit.
Der Rucksack, der einer Generation von Schulkindern einen geraden Rücken bescherte.
In den späten 1970er-Jahren zeigten Statistiken, dass fast 80 Prozent der schwedischen Bevölkerung irgendwann in ihrem Leben unter Rückenschmerzen litten. Besonders besorgniserregend war, dass die Rückenprobleme bereits im Kindesalter auftraten. Die vorherrschende Erklärung dafür besagte, dass die schweren Umhängetaschen, die damals bei Kindern beliebt waren, das Problem verursachten.
Fjällräven-Gründer Åke Nordin verfolgte die Geschichte. Bei einem Besuch in Stockholm im Frühjahr kam ihm die Idee, einen funktionellen und bequemen rechteckigen Rucksack nur für Kinder zu entwerfen. Er sollte genug Platz für ihre Schulbücher und Unterlagen (zwei DIN-A4-Ordner, um genau zu sein) bieten und aus dem strapazierfähigsten Stoff hergestellt werden, den er finden konnte. Er ließ die Schulterriemen über den gesamten Rücken des Rucksacks laufen, damit sie sich nicht so leicht lösen konnten. Schließlich fügte er ein herausnehmbares Sitzkissen hinzu, das er auf der Rückseite des Innenfachs verstaute. Es verhinderte einerseits, dass der Inhalt gegen den Rücken rieb, und war außerdem praktisch, wenn man eine Pause machen und sich hinsetzen musste.
Und das Beste daran? Mit dem Rucksack hatten die Kinder die Hände für andere Aktivitäten frei – zum Beispiel auf Waldausflügen, bei denen sie beide Hände brauchten, um zwischen den Zweigen und Blättern hindurchzukrabbeln, Ameisen unter die Lupe zu nehmen, Kaulquappen zu sammeln oder Pinnbröd zu grillen (eine Art Stockbrot, das über dem Lagerfeuer gebacken wird).
Der erste Kånken-Rucksack wurde pünktlich zu Beginn des Schuljahres 1978 in Kooperation mit dem schwedischen Pfadfinderverband hergestellt. Die Organisation begeisterte mit ihrer Skogsmulle-Bewegung in den späten 1970er-Jahren über 80.000 Kinder für Aktivitäten im Freien. Ein Skogsmulle war ein Pfadfinder, der sich als Troll verkleidete und den Kindern im Wald die Natur näherbrachte. Schon bald wurde der Kånken zum Synonym für Naturerlebnisse. Im Wald, mit freien Händen, lernten die Kinder die alte schwedische Redensart „Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur schlechte Kleidung“.
Dasselbe schien auch für Rucksäcke zu gelten.
Grenzen überwinden … mit Farbe?
Um das Projekt rentabel zu machen, musste Åke 5.000 Kånkens produzieren. Aber nur ein einziger Händler erklärte sich bereit, 75 Kånkens abzunehmen. Åke riskierte es dennoch. Sein Schwager – ein Reporter bei einer schwedischen Boulevardzeitung – schrieb einen Artikel über einen Rucksack, der Rückenschmerzen bei Kindern lindern konnte, und sendete ihn an die Presse. Über 100 Zeitungen druckten den Artikel. Obwohl Åke geplant hatte, im ersten Jahr lediglich 200 Kånkens zu verkaufen, setzte er doppelt so viele ab. Im folgenden Jahr stiegen die Verkäufe sprunghaft auf 30.000.
Der Erfolg des Kånken war gesichert. In den folgenden Jahrzehnten zierte er die Rücken von Kindern und Erwachsenen in Schweden und Dänemark. Außerhalb dieser beiden Länder wurde er jedoch nur in geringen Mengen verkauft. Mit einer Ausnahme: Japan. Im Jahr 2006 traf sich der neu ernannte CEO von Fjällräven, Martin Axelhed, bei einem routinemäßigen Lieferantenbesuch in Osaka mit Åke und schlug ihm eine Idee vor: ein farbenfrohes Facelifting für den Kånken.
Bis dahin war der Kånken nur in wenigen Farbvarianten erhältlich gewesen. Im Jahr 2008, pünktlich zum 30. Geburtstag des Kånken, wurde ein neues, kräftiges Farbspektrum eingeführt. Die Farben verliehen dem Rucksack Persönlichkeit und Individualität. Doch Martins Frau entdeckte eine Lücke in der neuen Farbpalette: Was fehlte, war Rosa!
Der Kånken war ein in der Tradition verankertes Produkt. Dennoch war das Anliegen berechtigt. Daher wurden Rosa und eine Reihe weiterer Farben noch zusätzlich eingeführt. Von da an waren dem Kånken keine Grenzen mehr gesetzt.
Pop(ular)-Art.
Im Jahr 2007 gelang dem Kånken der Sprung über den Atlantik, als er in ausgewählten Trendsetter-Läden in den Vereinigten Staaten platziert wurde. Schon bald tauchte der Kånken in Magazinen und Blogs auf; Hipster und Prominente trugen ihn. Die USA wurden für den Kånken zum Ausgangspunkt, um weitere Märkte in aller Welt zu erobern. Die Menschen begannen, den Kånken zu einem Teil ihrer Identität zu machen. Fans aus aller Welt personalisierten ihre Rucksäcke, nahmen sie auf ihre Reisen um den Planeten mit und posteten ihre Kånken-Fotos in den sozialen Medien.
Dank der Strategie, seinem einzigartigen und einfachen Design treu zu bleiben, erlangte der Rucksack einen weltweiten Status in der Popkultur. Die schwedische Gesellschaft für Kunsthandwerk und Design erklärte den Kånken sogar zum Gebrauchskunstwerk. Er ist inzwischen urheberrechtlich geschützt.
Nachhaltigkeit durch Innovation.
Für uns bei Fjällräven hat sich der Kånken auch als gute Plattform für Innovationen und andere Initiativen erwiesen.
So wurde 2016 mit dem Re-Kånken ein Versuch unternommen, einen Kånken mit möglichst wenig Rohstoffen, Wasser und Energie herzustellen. Dafür wurden elf recycelte PET-Flaschen verwendet. Der Rucksack wurde mit der nachhaltigeren Spin-Dye®-Technologie gefärbt.
2019 wurde die Kånken Art Serie ins Leben gerufen – gemeinsam mit der Arctic Fox Initiative. Das ist Fjällrävens Fonds für gemeinnützige Organisationen, die die Umwelt schützen oder Menschen dazu ermutigen, Zeit in der Natur zu verbringen. Jedes Jahr darf ein anderer Künstler den Rucksack als Leinwand nutzen, um seiner Beziehung zur Natur Ausdruck zu verleihen. Der Kånken Art ’23 von Mander erkundet beispielsweise die Natur durch die kraftvolle und energiegeladene Brille der Skateboardkultur der 1980er-Jahre. Ein Teil des Verkaufserlöses geht an die Arctic Fox Initiative.
Mit dem Tree-Kånken und dem Kånken Re-Wool hat unser Forschungs- und Entwicklungsteam auch die Herstellung des Rucksacks aus alternativen Materialien getestet. Der Kånken Re-Wool verwendet ein hochwertiges Melton-Material aus recycelter Wolle, die aus Abfällen der Textilindustrie gewonnen wird. Der Tree-Kånken führte einen neuen Stoff auf Pflanzenbasis ein: Pine Weave. Im Gegensatz zu Materialien auf fossiler Basis werden für Pine Weave ausschließlich Rohstoffe von schwedischen Bäumen verwendet.
My Kånken, my Way.
Die neueste Innovationen im Kånken-Universum sind der Kånken Me und der Kånken Me Mini. Sie sind inspiriert von der Kånken-Community, die ihre Rucksäcke mit Farbe, Abzeichen und Stickereien personalisiert. Der Kånken Me bietet jedem die Möglichkeit, online seinen eigenen Kånken zu gestalten. Mit 14 Farbvarianten und 15 individuell gestaltbaren Elementen gibt es unzählige mögliche Designkombinationen. So wird jeder Kånken Me oder Kånken Me Mini ein Unikat.
Doch trotz aller Fortschritte und all der Jahre, die seit seiner Einführung vergangen sind, ist der Kånken seinem ursprünglichen Zweck treu geblieben: Er ist ein praktisches und zeitloses Produkt, in dem man seine Sachen bequem und freihändig tragen kann.

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