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Neue Wanderfreunde – fürs Leben

Fjällräven Classic
Lesedauer 5 Minuten
Beim Fjällräven Classic trifft man viele Gleichgesinnte. Oft schließt man sogar Freundschaften, die auch nach dem Ende der Wanderung noch Bestand haben. So erging es auch Seiki Kang aus Seoul. Er wollte den Fjällräven Classic in Südkorea eigentlich alleine absolvieren – aber das Leben hatte andere Pläne.
Jedes Jahr im Oktober strömen die Wanderfans auf die Insel Jeju, um am Fjällräven Classic Südkorea teilzunehmen. Ihr Plan: Drei Tage lang über Berge, durch dichte Wälder und durch Kulturlandschaften zu wandern. Letzten Herbst war darunter auch Seiki Kang, ein Fachmann für Waldpädagogik, der vom Korea Forestry Service in Seoul zertifiziert und dort registriert ist.
„Ich war alleine zum Fjällräven Classic Südkorea gekommen, begegnete aber bei der Anmeldung in Jeju drei Leuten, neben denen ich zufällig auf einer Bank saß: Young Gu Kan, Dong Geun Lee und Hyunsoon Park“, erzählt Seiki. „Die drei stammen alle aus Suwon und hatten sich kurz vor ihrer Abreise nach Jeju in einem Fjällräven Shop kennengelernt. Der Filialleiter hatte sie miteinander bekannt gemacht.“
Im Startbereich am Eorimok Trail Center trafen sich die vier wieder. Und da sie in einem ähnlichen Tempo unterwegs waren, liefen sie sich auch auf den ersten Kilometern zum Berg Hallasan immer wieder über den Weg. Schließlich beschlossen sie, gemeinsam weiterzugehen.
Seiki sagt, dass er es eigentlich schwierig findet, sich mit jemandem anzufreunden, der nicht sein Alter hat. Er ist 54, während die anderen drei erst Anfang Vierzig sind. Auch sonst haben sie praktisch nichts gemeinsam, weder was ihre schulische oder berufliche Laufbahn noch was ihre Religion betrifft. Unter diesen Voraussetzungen wäre es in der südkoreanischen Gesellschaft normalerweise fast unmöglich gewesen, dass sie Freunde werden.
„Young Gu, Dong Geun und Hyunsoon öffneten mir ihre Wanderherzen – einem älteren Mann, der alleine unterwegs war. Wir sind dann alle drei Tage gemeinsam gewandert“, erinnert sich Seiki. „Als ich sie fragte, warum sie sich dazu entschieden hatten, mit mir gemeinsam zu laufen, sagten sie: ‚Das war keine bewusste Entscheidung. Wir sind einfach gewandert und haben mit dir unsere Gefühle und unser Staunen über die Schönheit der Natur erlebt.‘ Wir waren vier Wanderer, die sich den Weg und ihre Gedanken teilten.“
Die einzige Frau in dem Quartett, Hyunsoon Park, ist Verkaufsleiterin bei einem Whiskeyhersteller. Sie hat das Wandern vor fünf Jahren entdeckt. In den Bergen findet sie innere Ruhe. Beim Wandern verarbeitet sie ihre Gedanken und Gefühle.
„2021 hatte ich Krebs“, berichtet sie. „Nach meiner Operation im August desselben Jahres fühlte ich mich wie neugeboren. Ich hatte mehr Angst davor gehabt, nicht mehr Wandern gehen zu können, als vor dem Tod! So wichtig ist mir das Wandern in den Bergen. Nach der OP war ich eine Weile depressiv, weil ich zu schwach zum Wandern war. Aber dann konnte ich mit kleinen Spaziergängen beginnen und erholte mich schließlich so weit, dass ich wieder in die Berge gehen konnte. Für mich gibt es keine bessere Medizin als Zeit in den Bergen zu verbringen.“

In der Natur bin ich in meiner eigenen Geschwindigkeit unterwegs. Deshalb liebe ich das Wandern.

Dong Geun Lee

Dong Geun Lee geht es ähnlich. Als Grund für seine Wanderleidenschaft führt er den koreanischen Begriff „ppalli ppalli!“ an, zu Deutsch: „Dalli, dalli!“. Die Menschen in Südkorea lieben Stress und Effizienz, sagt er. Das sei einer der Hauptgründe für das schnelle Wirtschaftswachstum des Landes nach dem Koreakrieg gewesen.
„Bei meiner Arbeit in der Schreinerei kann ich nie in meinem eigenen Tempo arbeiten, weil alle wollen, dass ich ‚ppalli ppalli‘ mache“, erzählt Dong Geun. „Aber in der Natur bin ich in meiner eigenen Geschwindigkeit unterwegs. Deshalb liebe ich das Wandern. Dann bin ich ganz bei mir.“
Young Gu Kang ist Ingenieur und begann zu wandern, um seine körperliche und geistige Gesundheit zu bewahren. Auch wenn die Vier sich vorher nicht kannten, erlebten sie nun doch ein Abenteuer miteinander – ein Wanderquartett in der Natur, zusammen mit Fjällräven.
„Das gemeinsame Erlebnis brachte mich dazu, mein Herz zu öffnen“, sagt Young Gu. „Diese Wanderung hat uns vier zu Freunden gemacht. Wir haben alle Alters- und Geschlechterunterschiede überwunden. Es war sehr schön, gemeinsam diese Erfahrungen zu machen und neue Erinnerungen zu schaffen. Ich liebe es, in der Natur Empathie, Frieden und Genuss mit anderen zu teilen. Ich war schon zuvor einige Male auf Jeju gewesen, aber ohne Fjällräven hätte ich diese Wege und Zeltplätze nie gefunden. Was mich auch sehr beeindruckt hat, waren die Bemühungen von Fjällräven und anderen Wanderern, die Natur nach den Grundsätzen von Leave No Trace zu schützen. Was ich während des Classic gesehen und erlebt habe, hat mich dazu ermutigt, ein umweltbewussterer Wanderer zu werden.“

Ich habe beim Wandern drei neue Freundschaften geschlossen, und das kann jeder!

Young Gu Kang

Anfangs fanden es alle vier ein wenig merkwürdig, mit Fremden zu wandern. Aber am Ende erlebten es alle doch als absolute Bereicherung. Dong Geun glaubt, dass ihre gemeinsame Liebe zum Wandern, zur Natur und zum Leben zu dieser wunderbaren Erfahrung beigetragen hat.
„Ich kann andere Menschen nur darin unterstützen, mit Fremden wandern zu gehen. Ich habe beim Wandern drei neue Freundschaften geschlossen, und das kann jeder! Wir vier sind immer noch in Kontakt miteinander und wir hoffen, dass wir vor dem Ende des Winters noch einmal zusammen wandern gehen“, sagt Dong Geun.
Seiki ist sicher, dass die Erinnerungen ihm genauso bleiben werden wie die neuen Freunde. Und er möchte noch ein Sonderlob für das Personal des Fjällräven Classic loswerden. Sie haben ihn sehr beeindruckt – vor allem wegen ihrer großen Anstrengungen und ihrer Sorgfalt bei der Auswahl von Wegen und Zeltplätzen sowie bei der Vorbereitung von Lebensmitteln, Wasser und Lieferanten.
„Es war das erste Mal, dass ich mit Fremden wandern war, und es hat mir wirklich gefallen“, fasst Seiki die Tour zusammen. „Ich habe sehr viel von ihnen gelernt – nicht nur praktische Dinge, die mir bei der Wanderung geholfen haben, sondern dank ihrer persönlichen Gedanken und Philosophien auch Lektionen für das Leben. Ich kann es nur empfehlen, mit Unbekannten wandern zu gehen, wenn sich die Möglichkeit bietet. Die Teilnahme an einem Fjällräven Classic ist dafür sicher ein guter Anfang.“

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