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Der Lebenszyklus eines Produkts

Nachhaltigkeit
Lesedauer 4 Minuten
Wir alle müssen zusammenarbeiten, um die Umweltauswirkungen unserer Produkte zu reduzieren. Erfahre, wie du deinen ökologischen Fußabdruck minimierst.
Jede Handlung hat eine Reaktion; jede Handlung geht mit Konsequenzen, Nebenwirkungen oder Auswirkungen einher. Das trifft vor allem im Hinblick auf die Auswirkungen des Menschen auf die Natur zu. „Jede und jeder einzelne von uns hat einen ökologischen Fußabdruck“, betont Johanna Mollberg, Sustainable Materials Manager von Fjällräven.

Jede und jeder einzelne von uns hat einen ökologischen Fußabdruck.

Johanna Mollberg

Sustainable Materials Manager Fjällräven

Wir verwenden diesen Begriff bei Fjällräven häufig, wenn wir über Produkte sprechen. Wie groß der ökologische Fußabdruck eines Artikels ist, hängt von den Ressourcen ab, die wir für dessen Herstellung entnommen haben, sowie von den Emissionen, die bei seiner Fertigung und dem Transport freigesetzt wurden. Anhand dieser Daten lässt sich berechnen, ob das Produkt einen großen oder einen kleinen Fußabdruck hinterlässt.
Wir können versuchen, diesen Fußabdruck durch die Art und Weise zu verringern, wie und wo wir produzieren. Aber ein großer Teil dieses Fußabdrucks hängt davon ab, wie das Produkt dann letztlich verwendet wird. Der Fußabdruck eines Produkts basiert nämlich auf seinem gesamten Lebenszyklus. Wenn du es also lange benutzt, verringert sich der Fußabdruck mit jedem Einsatz. Wenn du ein Produkt über viele Jahre und nicht nur eine oder zwei Saisons verwendest, kann dies einen großen Unterschied ausmachen. Denn dadurch ist es auch weniger wahrscheinlich, dass du ein anderes ähnliches Produkt kaufst und damit einen weiteren, neuen Fußabdruck verursachst.
Die Daten über unsere ökologischen „Schuhgrößen“ bilden sozusagen die Grundlage für unsere Design-Roadmap bei Fjällräven. Dabei leiten uns zwei Grundsätze. Der erste lautet: Langlebigkeit. „Wir wählen Materialien, die lange halten, und entwerfen Konstruktionen, die sich leicht reparieren lassen. Wir hoffen, dass unsere Produkte auf diese Weise physisch eine lange Lebensdauer haben“, erklärt Johanna.
Auch den zweiten Grundsatz nehmen wir sehr ernst, obwohl er schwieriger zu messen ist. „Dieser andere Aspekt ist die emotionale Haltbarkeit“, so Johanna. „Es bringt ja nichts, eine langlebige Jacke zu entwerfen, wenn die Menschen sie dann nicht auch sehr lange tragen wollen. Daher versuchen wir, unsere Produkte so zeitlos und bequem wie möglich zu gestalten.“
Johanna weiß aber auch, dass es fast unmöglich ist, vorher zu wissen, ob wir bei diesem zweiten Gesichtspunkt immer richtig liegen. „Die Langlebigkeit eines Materials können wir im Labor überprüfen. Aber wie sollen wir wissen, ob die Leute ihre Keb Eco-Shell Jacket auch noch in fünf, zehn oder fünfzehn Jahren gerne tragen werden? Das hängt von sehr vielen Faktoren ab. Bei der Greenland Jacket hatten wir Glück. Sie ist ein zeitloser Klassiker geworden. Aber das wissen wir nur so sicher, weil schon so viel Zeit seit ihrer Markteinführung vergangen ist.“
Wir geben unser Bestes, was dieses Thema betrifft. Und bis jetzt haben wir ein recht ordentliches Feedback erhalten. Viele von euch senden uns Bilder ihrer alten Kånkens, Greenland Jackets, Räven Jackets, Thermo Tents und so weiter. Aber erst die Zukunft wird zeigen, ob unsere neuen Produkte, wie die Abisko Midsummer Trousers, in vierzig Jahren ebenfalls als „zeitlos“ gelten werden.
Doch die größte Kontrolle über den Lebenszyklus deiner Kleidung hast letztlich du als Trägerin oder Träger. Du entscheidest, wie lange du sie benutzt und wie viele Abenteuer in der Natur ihr gemeinsam erlebt. Du entscheidest, ob du einen Riss reparierst oder einen verlorenen Knopf ersetzt, statt gleich ein neues Produkt zu kaufen. Du entscheidest, wie oft du ein Zelt auslüftest oder eine Jacke wäschst.
Die Häufigkeit des Waschens hat einen großen Einfluss auf die Haltbarkeit eines Produkts und deine Auswirkungen auf die Umwelt. Wir neigen dazu, unsere Kleidung viel zu oft in die Waschmaschine zu stecken. „Mein wichtigster Ratschlag ist, weniger zu waschen“, empfiehlt Johanna. „Wenn du einen kleinen Fleck bemerkst, dann reicht es, wenn du nur diesen Bereich des Kleidungsstücks mit der Hand wäschst. Wenn es dann doch einmal in die Waschmaschine muss, solltest du auf das richtige Waschprogramm achten, das richtige Waschmittel verwenden und die Trommel nicht zu voll machen oder zu wenig Wäsche hineinlegen.“
Johanna rät außerdem dazu, saisonale Artikel richtig zu lagern, also licht- und luftgeschützt sowie in einer trockenen Umgebung. Unser Pflege- und Reparaturteam empfiehlt überdies, Risse so schnell wie möglich mit einem Flicken zu reparieren sowie kaputte Reißverschlüsse und Knöpfe selbst zu ersetzen.
Aber was ist zu tun, wenn ein Produkt das Ende seiner Lebensdauer erreicht hat, wenn es nicht mehr verschenkt werden kann, wenn es wirklich am Ende ist? „Im Moment ist das schwierig“, findet Johanna. „Ich hoffe, dass es in Zukunft eine zentrale Lösung für das Recycling von Kleidung geben wird, ähnlich wie bei Glas und Karton. Aber einige Unternehmen können schon jetzt helfen. Sie können die Teile deiner Kleidung, die noch in Ordnung sind, wiederverwenden, um neue Produkte herzustellen oder alte zu reparieren.“
Dieses Thema betrifft uns alle. Daher suchen wir bei Fjällräven immer nach Wegen, um sicherzustellen, dass unsere Produkte den Test der Zeit bestehen, sowohl physisch als auch emotional. Aber wie lange der Lebenszyklus deiner Kleidung wirklich andauert, liegt in deinen Händen. Du kannst deinen ökologischen Fußabdruck verringern, indem du deine Kleidung wiederverwendest, reparierst und recycelst. Gemeinsam können wir etwas bewirken!

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