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Nach übereinstimmender Meinung ihrer Mitmenschen ist Evelina Nordin nicht anders als jede andere 25-Jährige. Sie hat soeben in Kopenhagen ihren Master in internationalem Marketing und Management abgeschlossen, liebt die Natur und das Reisen und ist gerne mit Freunden zusammen. Doch in einem Punkt unterscheidet sie sich von anderen: Sie ist die Enkelin unseres Gründers Åke Nordin. In diesem Beitrag berichtet sie über den Balanceakt, in die Fußstapfen ihres Großvaters zu treten und dennoch ihren eigenen Weg zu gehen.
Evelinas Großvater hat eine globale Outdoormarke gegründet und den Kånken erfunden, den ikonischen quadratischen Rucksack, der sich weltweit größter Beliebtheit erfreut. Daher mag es überraschen, dass Fjällräven lange Zeit keine größere Rolle in ihrem Leben spielte, weder persönlich noch beruflich.
Andererseits wird das Unternehmen immer Teil ihrer Identität sein. Das wirkt sich auf ihren Kontakt zu Menschen auf der ganzen Welt aus. Mit zunehmendem Alter und stärkerer Beteiligung im Unternehmen lernt sie den Wert der Marke immer mehr zu schätzen:
Ich weiß nicht, wie mein Leben ohne Fjällräven aussehen würde. Was mich beeindruckt, ist der unermüdliche Einsatz und das Engagement, mit dem das Unternehmen zu dem gemacht wurde, was es heute darstellt, und wie die Mitarbeitenden dafür kämpfen, diese Reputation zu bewahren.
Evelina Nordin
„Es ist eine Ehre, Teil davon zu sein, und etwas, für das ich unglaublich dankbar bin. Manchmal bekomme ich feuchte Augen, wenn ich die Entwicklung von Fjällräven zurückverfolge. Dann denke ich: ‚Wow, Großvater‘!“
Evelina entwickelt also gerade erst eine Beziehung zu der Marke. Dabei war ihr eine Beschäftigung bei Fjällräven nicht unbedingt vorgegeben. Denn in ihrer Kindheit galt ihr Hauptinteresse der Musik. Schon in jungen Jahren begann sie, verschiedene Instrumente zu lernen. Jeden Tag hatte sie nach der Schule neben Klavierunterricht auch Klarinetten- und Gitarrenstunden. Außerdem sang sie im Chor. Damit kommt sie nach ihrer Großmutter, der Pianistin Elisabeth Nordin. Evelina erinnert sich gern daran, wie sie und ihre Oma am Klavier saßen und gemeinsam sangen. Die Folge? „Heute bin ich eine klassisch ausgebildete Opernsängerin!“
Als Evelina 17 wurde und es Zeit für ihr Studium war, konnte sie sich mit der Vorstellung, dem Weg ihrer Eltern in das Unternehmen zu folgen und BWL zu studieren, nicht wirklich anfreunden. In ihren Worten:
„Vom Notendurchschnitt her war ich nicht gerade die beste Schülerin. Doch ich wusste, dass ich durchaus das Zeug dazu hatte, eine gute Business School zu besuchen. Dafür konnte ich mich allerdings nicht erwärmen. Ich liebte die Musik. Ich muss ehrlich zugeben, dass meine Eltern anfangs alles andere als begeistert waren, als ich mich bei einem Konservatorium bewarb. Ich weiß noch, wie mein Vater nach einer Reihe heftiger Diskussionen zu mir sagte: ‚Evelina, mach das, was du liebst, und der Rest ergibt sich von allein‘.“
Im Jahr 2016 packte Evelina ihre Sachen und verließ die Schweiz in Richtung Denver, Colorado, mit dem Ziel, einen Bachelor in Gesang an der University of Denver anzustreben. Dort stieß ihr allerdings schon bald das scharfe Konkurrenzdenken zwischen den Studierenden auf. Für Evelina ist Musik Leben und kein Wettkampf. Ihre Begeisterung schwand. Dennoch gab sie die Musik nicht auf, sondern besuchte für einen Zusatzabschluss andere Studiengänge. Nach einem guten halben Jahr an der Uni begann sie, Wirtschaftsstudienfächer im Bereich Marketing zu belegen.
„Sie ahnen sicher die Begeisterung meiner Eltern“, erzählt sie schmunzelnd. „Ich beendete mein Studium mit einem Bachelor of Science in Betriebswirtschaftslehre/Marketing und einem Bachelor of Arts in Musik mit Nebenfach BWL. Auch wenn es mit der Musik anders lief als geplant, bin ich dennoch stolz, dass ich den Studiengang nicht abgebrochen habe. Ich habe es versucht und dabei gelernt, dass ich alle Möglichkeiten ausschöpfen muss, um herauszufinden, was ich mit meinem Leben anfangen kann.“
Nach dem Studienabschluss 2020 wurde Evelina in das Graduiertenprogramm von Fenix Outdoor aufgenommen, dem Mutterunternehmen von Fjällräven und verschiedener anderer Marken. In dieser Zeit lernte sie unterschiedliche Unternehmensbereiche kennen, u. a. F & E, Marketing und Unternehmerische Sozialverantwortung. Eine aufschlussreiche Erfahrung für sie:
„Ich war die Jüngste unter allen Graduierten und merkte schnell, dass ich für die Geschäftswelt einfach noch nicht bereit war. Das hat mich noch stärker motiviert, meine Ausbildung zu vertiefen und ein Master-Studium zu beginnen. Ohne meine Eltern vorher zu informieren, bewarb ich mich an der Copenhagen Business School für die Fachrichtung Internationales Marketing und Management.“
Am 10. Juni 2021 erhielt sie die Zusage. An dieses Datum erinnert sie sich deshalb noch so genau, weil ihre Eltern an dem Tag aus allen Wolken fielen:
„An jenem Morgen haben wir uns in der Küche ganz normal unterhalten, als ich verkündete: ‚Ach übrigens, ich muss mir in Kopenhagen eine Wohnung suchen, weil ich im August dort hinziehen werde.‘ Sie schauten mich entgeistert an, doch nach zwanzig Sekunden war endlich der Groschen gefallen. Meine Mutter brach in Tränen aus. Und mein Vater stand unter Schock.“
Während dieser bewegten Zeit in ihrem Leben blieb Fjällräven ein willkommener Fixpunkt für Evelina. Sie nahm sowohl am Fjällräven Classic Schweden 2021 als auch am Fjällräven Polar 2022 teil. „Es ist schon beeindruckend, wie diese Events die Community zusammenschweißen“, fiel ihr auf. „Darüber hinaus sind sie die perfekte Gelegenheit, die Produkte von Fjällräven zu testen.“
Nach ihrem Studienabschluss in Kopenhagen lebt Evelina heute wieder in der Schweiz. In den kommenden zwei Jahren wird sie sich als Produktkoordinatorin der Produktentwicklung und Fertigung bei Fjällräven widmen. Sie hofft, „ein tieferes Verständnis für das Herz und die Seele des Unternehmens zu gewinnen“.
Für immer bei Fjällräven zu bleiben, ist allerdings nicht vorgesehen. Sie sagt: „In Zukunft werde ich mich wohl außerhalb von Fenix umsehen, um Erfahrungen bei anderen Unternehmen zu sammeln und meine Kenntnisse zu erweitern. Die Möglichkeiten bei Fenix sind enorm. Dennoch finde ich, dass ich durch externe Erfahrungen viel zusätzliches Wissen erwerben kann. Ich plane aber, wiederzukommen … Vorausgesetzt, sie nehmen mich dann nochmal!“
In die Fußstapfen ihres Großvaters zu treten, ist für Evelina sowohl eine Ehre als auch eine Herausforderung. Deshalb geht sie ihren eigenen Weg:
„Großvater war unglaublich innovativ und motiviert. Ich kann nur davon träumen, an seine Leistungen heranzukommen. Deswegen versuche ich gar nicht erst, ihn nachzuahmen, geschweige denn zu übertreffen. Stattdessen konzentriere ich mich darauf, meinen eigenen Weg bei Fjällräven zu gehen. Für mich wird er immer eine Inspiration sein, ein Vorbild, von dem ich lernen kann. Auch von meinem Vater lerne ich. Ich werde einen Weg suchen, meine eigenen Interessen und Arbeitsweisen einzubringen. Ich betrachte mich letztendlich als Bereicherung für die Marke und Fenix Outdoor und hoffe, dass ich die Zukunft auf meine Art mitgestalten kann. Auch wenn Großvaters Wanderschuhe unglaublich groß sind, um hineinzuschlüpfen, freue mich darauf, es zu versuchen. Ich muss sie nur an meine Größe anpassen.“
Drei Fragen an Evelina
Åkes Lebenswerk stützte sich auf den Willen, seine eigene Ausrüstung zu entwickeln und zu verbessern. Gibt es ein Produkt, das du verbessern oder entwickeln möchtest?
Mir fällt Verschiedenes ein, das entwickelt und verbessert werden könnte, doch das behalte ich für mich. Denn ich finde, Ausrüstung entwickelt sich durch den Bedarf der Nutzenden. Mein Schwerpunkt liegt darauf, bei aller Innovation die Authentizität und ursprünglichen Werte von Fjällräven zu bewahren.
Eine Idee, die jedoch tatsächlich von mir stammt, ist der Kånken Me. Damals war ich erst 14. Viele talentierte Mitarbeitende setzten das Ganze dann 2021 um. Jetzt kann sich jeder seinen Kånken Me digital zusammenstellen. Man braucht dazu nur einen eigenen Stoff und die Reißverschlussfarben auszuwählen, auf Senden zu klicken und bekommt den Rucksack dann zugeschickt! Ich habe noch Fotos von der ersten Tasche, die ich auseinandergenommen hatte. So bin ich überhaupt auf diese Idee gekommen.
Auf welches Produkt möchtest du auf mehrtägigen Wanderungen nur ungern verzichten?
Unverzichtbar ist für mich ein Fjällräven Poncho, weil er vielseitig ist und mehrere Zwecke erfüllt. Ich nutze ihn zum Sitzen, als Decke und um meine Ausrüstung beim Packen und Auspacken vor Regen zu schützen. Was ich auch immer mit dabei habe, ist ein Schal oder eine Kopfbedeckung, um meine Augen beim Schlafen zu bedecken, und als Kälteschutz in höheren Lagen.
Hast du ein Lieblingsprodukt von Fjällräven?
Ich finde es schwierig, mich für ein Lieblingsprodukt zu entscheiden, weil Fjällräven so ein breites Angebot für die verschiedensten Aktivitäten und Situationen hat. Wenn ich wählen müsste, würde ich sagen, dass ich immer meinen Kånken Rucksack und meine Expedition Down Jacket dabei habe. Unerlässlich ist auch der Fjällräven 1960 Logo Hat.
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