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Samlaren – neue Abenteuer für Materialreste

Nachhaltigkeit
Lesedauer 3 Minuten
Bei der Herstellung von Bekleidung und Textilien ist es oft unvermeidbar, dass Stoffreste anfallen. Unser Entwicklungsteam zeigt mit der Samlaren-Kollektion, wie wir damit umgehen.

Stoffreste sind bei der Bekleidungs- und Textilherstellung oft unvermeidbar – auch bei Fjällräven, wo die Themen Nachhaltigkeit und Abfallreduzierung in der Produktion immer ganz oben auf der Agenda stehen. Schließlich ist es unsere langfristige Vision, die nachhaltigste Outdoormarke der Welt zu werden.
Vor diesem Hintergrund haben unsere Designer 2021 eine neue Kollektion entworfen, die die Herausforderung der Stoffverschwendung direkt angeht: Samlaren. Sie ist nach dem schwedischen Wort für „Sammler“ benannt und als limitierte Auflage erhältlich. Die Textilreste, aus denen die Samlaren-Produkte bestehen, haben wir über die Jahre aufgehoben. Das Material wurde also „gesammelt“, um einzigartige Versionen klassischer Fjällräven Designs zu kreieren.
Fjällräven Samlaren – Die Vision der Designer
Christiane Dolva Törnberg, Sustainability Advisor bei Fjällräven, erklärt: „Für uns war es schon immer wichtig, Ressourcen bewusst und nachhaltig zu nutzen. Unser Gründer Åke Nordin entwickelte die erste Greenland Jacket aus einem Stück übrig gebliebenen Stoffs, das er in seiner Garage lagerte, da es sich für Zelte nicht geeignet hatte. Es stellte sich aber heraus, dass es für eine Jacke perfekt war. Dieser Gedanke der Wiederverwendung und des achtsamen Umgangs mit Ressourcen hat uns seither begleitet.“
Bevor wir auf die Details der Samlaren-Kollektion eingehen, sollten wir noch eine wichtige Frage beantworten: Warum gibt es überhaupt Stoffreste? Dieses Problem ist meist standardisierten Bestellmengen und Farbabweichungen geschuldet. Manchmal müssen wir mehr Material ordern, als wir benötigen. Das passiert, wenn wir beispielsweise 200 Meter Stoff für eine Saison brauchen, aber die Mindestbestellmenge 1.000 Meter beträgt.
Wir wissen, dass wir die Produktion in der folgenden Saison fortführen, also klappt das normalerweise gut. Aber manchmal bekommen wir große Mengen an Stoff, die in der folgenden Saison nicht verwendet werden, wenn sich beispielsweise eine Farbe nicht gut verkauft. Oder die Farbe verändert sich, sodass sie eine andere Nuance als im Vorjahr hat.
Biologische Stoffe sind besonders anfällig für Farbabweichungen. Damit kennt sich Fjällräven gut aus. Veränderungen der Farbe sind kein Defekt, sondern treten ganz natürlich auf. Gründe können der pH-Wert des Wassers und die Luftfeuchtigkeit zum Zeitpunkt des Färbens sein.
Die Samlaren-Designer haben einen neuen Weg für den Umgang mit Farbabweichungen gefunden. Die Kollektion besteht aus Materialresten mit verschiedenen Farben, die auf komplementäre und kontrastierende Weise kombiniert werden. Dadurch erhält jedes Produkt einen einzigartigen Look. Selbstverständlich bieten alle Samlaren-Stücke den gleich hohen Standard an Funktionalität und Zuverlässigkeit wie jedes andere Fjällräven-Produkt.
Global Creative Director Henrik Andersson erklärt den Prozess so: „Alle Samlaren-Produkte sind auf die gleiche Weise und mit dem gleichen hohen Standard entwickelt wie unsere normale Kollektion. Die Modelle basieren auf typischen Fjällräven-Klassikern, die wir schon lange in der Kollektion haben. Sie werden auf kreative Art und Weise neu interpretiert.“

Wir müssen den Designprozess aus einem etwas anderen Blickwinkel angehen als sonst und erst einmal prüfen, welche Stoffe wir überhaupt zur Verfügung haben. Daraus kreieren wir dann die interessantesten und funktionalsten Produkte.

HENRIK ANDERSSON

Global Creative Director

Laut Henrik fordert die Zusammenstellung der Kollektion die Designer ganz schön heraus: „Wir müssen den Designprozess aus einem etwas anderen Blickwinkel angehen als sonst und erst einmal prüfen, welche Stoffe wir überhaupt zur Verfügung haben. Daraus kreieren wir dann die interessantesten und funktionalsten Produkte.“
Christiane erklärt, dass das große Ziel darin besteht, die Prozesse so effizient zu entwickeln, dass bei der Produktion in Zukunft überhaupt keine Materialreste mehr anfallen:
„Die Herstellung von Textilien ist einer der ressourcenintensivsten Vorgänge überhaupt. Der Prozess verbraucht eine Menge Wasser, Energie und Chemikalien. Außerdem entstehen Emissionen. Indem wir Produkte aus bereits vorhandenen Materialien herstellen – wie bei Samlaren – können wir diese Ressourcen sparen und ihnen die Wertschätzung schenken, die sie verdienen.“
Dieses Ziel macht den Blick auf zukünftige Samlaren-Kollektionen aber auch etwas seltsam. Denn wenn alles gut läuft, brauchen wir Samlaren irgendwann gar nicht mehr. Christiane sagt: „Das gesamte Konzept steht und fällt mit unserer Fähigkeit, uns weiterzuentwickeln und in der Produktentwicklung immer besser zu werden.“

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