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Der Umgang mit Mikrofaserfreisetzung

Nachhaltigkeit
Lesedauer 4 Minuten
Mikrofasern sind klein. Sehr klein. Ihr Durchmesser ist kleiner als zehn Mikrometer – zum Leidwesen von uns allen, denn ihre allgegenwärtige Präsenz hat große Auswirkungen auf unsere Gewässer und die Atmosphäre.
Felix Aejmelaeus-Lindström, Sustainable Material & Chemical Specialist von Fjällräven, erklärt die Sache so:
„Diese kleinen Partikel landen in unserem Wasser und reichern sich schließlich in Tieren und in unserer Nahrung an. Sie sind Schadstoffe, die aufgrund ihrer Größe schwer zu beseitigen sind und sich nicht in der Umwelt abbauen. Deshalb ist es wichtig, dass wir uns über Mikrofasern Gedanken machen, versuchen zu verstehen, woher sie kommen und einen Weg finden, um zu verhindern, dass sie in die Umwelt gelangen.“
Mikrofasern werden freigesetzt, indem sich Mikrofragmente oder kleinste Fasern vom Textilgewebe ablösen. Dies kann während der Produktion, beim Gebrauch und beim Waschen passieren. Da weltweit immer mehr Produkte hergestellt, verwendet und gewaschen werden, gelangen auch immer mehr Mikrofasern in die Umwelt. Forscher und die Textilindustrie sehen hier ein erhebliches Risiko für die Weltgesundheit.
Obwohl wir mehr über das Problem von Mikrofaserfreisetzung wissen als früher, arbeiten Wissenschaftler immer noch daran, herauszufinden, welcher Anteil der Textilindustrie zuzuschreiben ist.
Was wir laut Felix mit Sicherheit wissen, ist das: „Alle Materialien – sowohl natürliche als auch synthetische – setzen während ihres Gebrauchs Mikrofasern frei. Wir müssen verstehen, welche Materialien mehr absondern als andere. Und was man tun kann, um dies zu verhindern.“
Wir wissen auch mit Sicherheit, dass es eines weltweiten Engagements bedarf, um dem Problem auf den Grund zu gehen – und, um es zu lösen.
Eine globale Aufgabe.
Wir hatten also erkannt, dass es ein Problem mit Mikrofaserfreisetzung gab, dass wir einen Anteil daran haben und deshalb auch zur Lösung beitragen müssen. Deshalb trat Fjällräven 2021 dem Microfiber Consortium bei. Es wurde von der European Outdoor Group (EOG) gegründet und hat das Microfibre Commitment 2030 aufgestellt, das wir unterzeichnet haben.
Damit verpflichten wir uns, das Problem durch proaktive Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen in der Textilindustrie und darüber hinaus anzugehen. Felix sagt: „Fjällräven unterstützt die Arbeit und die Forschung des Konsortiums sowohl finanziell als auch durch Wissen über unsere Materialien, mit Daten aus unseren eigenen Tests und indem wir unser spezielles Verständnis des Problems teilen.“
Wir kombinieren unser Wissen mit den Erkenntnissen der anderen Unternehmen und bauen gegenseitig auf unseren Errungenschaften auf:
„Wir haben uns von Anfang an am Microfibre Consortium beteiligt, weil wir schnell erkannt haben, dass das Thema Mikrofasern die gesamte Branche betrifft. Angesichts der Unsicherheit und des Mangels an eindeutigen Forschungsergebnissen mussten wir uns mit anderen zusammenschließen, wenn wir jemals Wissen aufbauen und echte Lösungen finden wollten.“
Die Prüfung der Prüfung.
Die Zusammenarbeit hat sich bewährt. Eine der größten Herausforderungen, die die Industrie bei der Untersuchung der Mikrofaserfreisetzung hatte, war der Mangel an standardisierten Tests. Ohne einen gemeinsamen Standard war es nicht möglich, die von uns derzeit verwendeten Materialien genau zu bewerten. Wir konnten auch keine Anforderungen für die Materialien festlegen, die wir in Zukunft verwenden wollen. Die gute Nachricht ist, dass das Konsortium einen standardisierten Test für die Mikrofaserfreisetzung entwickelt hat.
„Jetzt können wir neue Materialien prüfen, bevor wir sie einsetzen, und genügend Daten sammeln, um verschiedene Stoffe zu vergleichen und festzustellen, welche weniger absondern und welche mehr“, erklärt Felix.
Ihm zufolge wendet Fjällräven diese standardisierten Tests nun auf alle neuen synthetischen Textilien an und hat auch die vorhandenen Materialien im Portfolio rückwirkend geprüft: „Sobald unsere Datensätze und unser Wissen solide genug sind, können wir Rückschlüsse auf die Art der Materialien und Konstruktionen ziehen, die wir verwenden sollten, um Mikrofaserfreisetzung zu vermeiden.“ Inzwischen wissen wir, dass unsere Materialien weit weniger Mikrofasern freisetzen als der Durchschnitt in der Datenbank des Konsortiums.
Eine Materialart, der wir besondere Aufmerksamkeit schenkten, war Fleece – nicht, weil er mehr Mikrofasern freisetzt als andere Materialien, sondern weil es Teil einer neuen Generation von recycelten synthetischen Materialien ist, an denen wir Interesse haben.
Kurz gesagt: Bevor wir ein neues Fleece ausgewählt haben, wollten wir Antworten haben!
„Wir haben alle Arten von Fleece nach dem aktuellen Industriestandard getestet, um festzustellen, welches am besten geeignet ist“, so Felix. „Heute testen wir alle neuen Fleecestoffe, die wir verwenden, um sicherzustellen, dass sie unsere Anforderungen an die Freisetzung erfüllen.“
Hohe Funktionalität, geringe Auswirkungen.
Auch wenn es in erster Linie Aufgabe der Industrie und der Verantwortlichen ist, das Problem der Mikrofaserverschmutzung in den Griff zu bekommen, gibt es laut Felix auch einige praktische Dinge, die man zu Hause tun kann. Es gibt Waschbeutel, die Mikrofasern auffangen und verhindern, dass sie in den Wasserkreislauf gelangen. Man steckt die Wäsche einfach hinein und lässt das gewünschte Programm wie gewohnt laufen.
Felix empfiehlt außerdem, dass die Ausrüstung nur so oft zu waschen wie notwendig: „Dann wird die Kleidung nicht durch unnötige Waschgänge zusätzlich strapaziert. Außerdem spart man Wasser und Energie.“
Glücklicherweise sind wir bei Fjällräven Spezialisten für langlebige Bekleidung, die auch nach jahrelangem Tragen noch verwendbar ist. Hohe Funktionalität bei geringer Belastung: Wenn Kleidungsstücke reparierbar, zeitlos und langlebig sind, überdauern sie längere Produktlebenszyklen und reduzieren insgesamt die Umweltbelastung.

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