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10 innovative Dinge beim Kajka, die dir (wahrscheinlich) neu sind

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Lesedauer 6 Minuten
Mit seinem klassischen Vinylon-Material und seinen subtilen Details wirkt der Kajka auf den ersten Blick wie ein eher schlichter Wanderrucksack. Doch wenn du ihn dir näher anschaust (zum Beispiel sein Hauptfach mit Frontöffnung), wirst du erkennen, dass er ein sehr fortschrittliches Produkt voller innovativer Funktionen ist. Eine davon ist der Rahmen, dessen CO2-Fußabdruck deutlich niedriger als bei seinen Gegenstücken aus Aluminium ist – ein Beweis dafür, dass beim Kajka das Motto „Mehr Sein als Schein“ gilt. Und genau das war auch die Absicht, erklärt sein Designer Henrik Andersson.
2006 absolvierte der heutige Fjällräven Global Creative Director Henrik Andersson an der Universität Lund in Südschweden seinen Masterstudiengang in Design. Er liebte Boardsportarten, war am glücklichsten, wenn er in der Natur sein konnte, und begeisterte sich für das Thema Nachhaltigkeit. Henrik suchte nach Wegen, seine persönlichen Interessen mit seiner Ausbildung zu verknüpfen. Dafür schien ihm eine Masterarbeit über Rucksäcke ein guter Ansatzpunkt zu sein. Er war wenig beeindruckt von dem, was er damals in den Geschäften vorfand:
„Outdoorausrüstung war zu dieser Zeit völlig überdesignt. Ich glaube, man hatte das Ziel, dass alles nach Hightech aussehen sollte. Aber die vielen Riemen, Schnallen und Farben wirkten einfach übertrieben. Wenn man heute einen Rucksack in die Hände bekommt, der 2006 hergestellt wurde, sieht man ihm normalerweise auch sofort an, dass er von 2006 ist.“
Henrik entwickelte eine Vision. Er rief unser Designteam an und stellte sein Konzept vor: ein kleiner 40-Liter-Rucksack für Trekkingtouren und Reisen.
„Ich bin mit Fjällräven aufgewachsen und hatte als Kind einen Kånken“, erinnert er sich. „Als Designstudent liebte ich die Schlichtheit der Marke. Aber als ich mir die Rucksäcke genauer anschaute, sah ich Verbesserungsbedarf. Bei ihnen fehlte diese Schlichtheit. Dadurch eröffnete sich die Möglichkeit, etwas sehr Fjällräven-Mäßiges daraus zu machen.“
Åke Nordin, der Gründer von Fjällräven, war sofort begeistert und erklärte sich bereit, Henriks Masterarbeit zu unterstützen – allerdings mit der Auflage, das Konzept der größeren Trekkingrucksäcke von Fjällräven zu aktualisieren, statt einen 40-Liter-Rucksack zu designen. Gemeinsam wollte man Modelle entwickeln, die vielseitig genug wären, um auf und neben dem Trail einsetzbar zu sein.
Ein frischer Denkansatz für Fjällräven
Henrik hatte sich bei seiner Bewerbung erhofft, an einem praxisnahen Produktentwicklungsprozess teilhaben zu dürfen – und genau das bekam er auch! Für ihn war das Projekt eine echte Bereicherung, aber er wurde auch schnell mit der Realität konfrontiert. Er musste erfahren, wie aufwendig die Planung und Herstellung eines von Grund auf neuen Produkts ist:
„Wir haben zahlreiche Konzepte und Prototypen entworfen. Das war damals sehr cool für mich. Aber ich musste auch lernen, wie lange dieser Prozess dauert! Das war für einen ungeduldigen Studenten wie mich eine Herausforderung. Ich wollte ja endlich die Muster in der Hand haben, die ich für meinen Abschluss brauchte. Doch das endgültige Produkt war den Aufwand wert.“
Dieses Projekt war auch eine gute Erfahrung für uns bei Fjällräven. Nachdem wir Henrik in Aktion erlebt hatten, stellten wir ihn bei uns an. Er stieg 2007 als Hardware Product Developer ein und ist seitdem immer Teil des Teams geblieben. Er wurde zunächst unser Hardware Manager, dann Head of Innovation & Designund schließlich Global Creative Director.
Tiefer graben – für mehr Innovation
2008, gut zwei Jahre nach Henriks Anruf bei Fjällräven, kam der Kajka auf den Markt. Der technische Wanderrucksack sah auf den ersten Blick nicht nach Hightech aus. Aber die Form und die Funktionen des Kajka erfüllten perfekt ihren Zweck: bequem für längere Zeit schwere Lasten zu tragen.
Dieser unkomplizierte Ansatz inspirierte Henrik auch dazu, dem Produkt den Namen „Kajka“ zu geben:

Das Wort ‚Kajka‘ hat im Schwedischen eine ähnliche Bedeutung wie ‚Kånken‘, nämlich ‚etwas tragen‘. Es ist ein obskures, selten verwendetes Wort, aber es ist für jedermann leicht auszusprechen, es hat keine komplizierte Artikulation. Das Wort ist, was es ist – genau wie der Rucksack.

Obwohl der Kajka also „ist, was er ist“, bringt er doch jede Menge branchenführende Innovationen mit.
Der Stauraum wurde in mehrfacher Hinsicht optimiert. Das Hauptfach ließ sich nicht nur von oben, sondern auch von vorne öffnen, sodass Reisende und Trekkingeinsteiger, die den Rucksack von unten beluden, ihre Sachen leicht einsehen konnten. Der Deckel war abnehmbar und konnte leicht am Brustgurt befestigt werden, damit man schnell an Snacks und andere wichtige Dinge herankam. Ebenso konnte man ihn auch als Hüft- oder Umhängetasche tragen. Henriks Liebe zum Boardsport machte sich in einem separaten Bodenfach bemerkbar, in dem man nasse und schmutzige Kleidung unterbringen konnte. Es war innen mit Mesh ausgestattet und konnte als Packbeutel verwendet oder zum Trocknen geöffnet werden.
Das benutzerfreundliche Perfect Fit Adjustment System ließ sich problemlos an die individuelle Rückenlänge und Schulterbreite anpassen. Zwei Kompressionsriemen sorgten für eine gleichmäßige und effektive Kompression – bei der Einführung des Kajka eine bedeutende Innovation. Denn während bei anderen Kompressionssystemen viele Außenriemen nötig waren, kam der Kajka mit zwei aus.
Auch das „Nicht-Design“-Design des Kajka war damals etwas völlig Neues. In einer Zeit, als Outdoorausrüstung übertrieben viele Funktionen hatte und sehr trendabhängig war, galten die unkomplizierte Bauweise, die aufgeräumten Oberflächen, das zuverlässige Vinylon-Material und die klassische Farbpalette als zeitlos.
„Wir alle fangen irgendwo an, wenn wir das erste Mal in die Natur gehen“, sagt Henrik. „Die Nutzerfreundlichkeit des Kajka senkt die Schwellenangst, wenn man gerade erst mit dem Wandern beginnt. Seine Funktionen werden einen aber auch dann noch beeindrucken, wenn man mehr Erfahrung gesammelt hat. Vom ersten Augenblick an wussten die Leute, dass der Kajka gut altern würde, und schätzten Fjällräven sehr dafür.“
10 innovative Dinge beim Kajka, die dir (wahrscheinlich) neu sind
  1. Er entstand aus einer Masterarbeit.
  2. Ursprünglich sollte die Arbeit sich um einen 40-Liter-Rucksack drehen.
  3. Der Designer Henrik Andersson ist heute unser Global Brand Director.
  4. „Kajka“ ist ein wenig gebräuchliches schwedisches Wort für „tragen“.
  5. Er war unser erster Wanderrucksack mit Frontöffnung.
  6. Bei der Markteinführung war das Kompressionssystem das erste seiner Art.
  7. Der CO2-Fußabdruck des Holzrahmens ist deutlich geringer als der eines Aluminiumrahmens.
  8. Er hat sich weltweit über 200.000-mal verkauft.
  9. Er hat mehrere Preise gewonnen.
  10. Sein „Nicht-Design“-Design gilt in der Outdoorindustrie inzwischen als Meilenstein.
Zurück in die Zukunft
Fünf Jahre nach seinem ursprünglichen Launch stand der Kajka 2013 nochmals an vorderster Front der Rucksackinnovationen, als wir mit ihm die Holzrahmen (wieder) einführten. Wir hatten seit 1960 Aluminium für unsere Rahmen verwendet. Obwohl dieses Material damals revolutionär war, haben wir inzwischen gelernt, dass wir den CO2-Fußabdruck unserer Rahmen mit dem Einsatz von Holz deutlich verringern können.
Die neuen Holzrahmen bestehen aus Birkenholz aus nachhaltigen Waldbaumethoden. Es wird mit wasserabweisendem und umweltfreundlichem Klebstoff Schicht für Schicht übereinander laminiert und abschließend mit Leinöl behandelt. Ausgiebige Labortests haben bewiesen, dass diese Rahmen mindestens so stark wie Aluminiumrahmen sind und alle Arten von Bedingungen und Klimata aushalten.
Die Holzrahmen verringerten den CO2-Fußabdruck des Kajka. Zusammen mit zwanzig weiteren praktischen Neuerungen war der Rucksack besser als je zuvor – und das blieb für ein Jahrzehnt so.
Fortschritt als fortdauernder Prozess
Der Kajka ist inzwischen eines der wichtigsten Produkte für Fjällräven. Er wurde weltweit über 200.000-mal verkauft – eine beeindruckende Zahl für die Outdoorindustrie. Außerdem hat er zahlreiche Preise gewonnen.
Und wie geht es nun mit dem Kajka weiter?
Bei Fjällräven betrachten wir das Thema Innovationen von zwei Seiten. Einerseits haben wir immer den Drang, unsere Ausrüstung zu verbessern. Das machen wir auch, wenn wir finden, dass wir ein Produkt besser machen können, das bereits beliebt ist. Auf der anderen Seite sind wir nicht daran interessiert, Produkte nur deswegen zu ändern, um etwas Neues auf den Markt zu bringen. Wir sind glücklicher, wenn wir das Gefühl haben, dass Produkte ein Jahrzehnt lang relevant bleiben – oder hoffentlich sogar länger.
„Das kann man natürlich im Vorhinein nie wissen“, sagt Henrik. „Aber die Philosophie dahinter stellt sicher, dass es so kommen wird!“

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