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Willkommen in der Verkstad. Hier überlegen wir, wie wir Fjällräven Ausrüstung noch funktioneller, langlebiger, einfacher reparierbar und nachhaltiger machen können. Manche der dabei entstehenden Innovationen schaffen es in unsere Produkte, die ab diesem Zeitpunkt ein „X“ hinter ihrem Namen tragen.
Åke Nordin war nicht nur der Gründer von Fjällräven, sondern auch ein Entdecker – in der Natur, aber auch im Berufsleben, wenn er immer wieder mit neuen Ideen glänzte. Das erste Fjällräven Produkt konstruierte er buchstäblich mit seinen eigenen Händen. In den ersten Jahrzehnten unseres Unternehmens waren die Forschungs- und Entwicklungsabteilung (F&E) sowie die Produktion in unserem Hauptsitz in Örnsköldsvik untergebracht. Hier entstand unsere Ausrüstung, während unser Wissen und unsere Expertise in den Bereichen innovatives Design, Materialien und Produktion stetig wuchsen.
In der Verkstad (schwedisch für Werkstatt) finden wir durch Innovationen immer wieder spannende Wege in eine neue Zukunft. Die Verkstad ist der hochmoderne praktische Bereich unserer F&E-Abteilung. Hier überlegen wir, wie wir unsere Ausrüstung noch funktioneller, langlebiger, einfacher reparierbar und nachhaltiger machen können, indem wir jedes noch so kleine Detail unter die Lupe nehmen und immer weiter verbessern. Manche dieser Lösungen schaffen es in unsere Ausrüstung, die ab diesem Zeitpunkt ein „X“ hinter ihrem Namen trägt. Später können sie in viele weitere Produkte integriert werden.
Head of Innovation Erik Blomberg und Global Creative Director Henrik Andersson sind die kreativen Köpfe hinter der Verkstad. Sie verraten uns, wie durch die Förderung von Innovationen im eigenen Unternehmen Ausrüstung entstehen kann, die besser passt, besser funktioniert und unsere Umwelt dabei weniger belastet.
Mehr Raum: „Es sollte einfach sein, etwas zu erschaffen.“
Die Verkstad ist ein 450 qm großes Studio, das in einer Scheune vor Stockholm untergebracht ist. Darin findet sich neben Nähmaschinen und Materialbibliotheken auch jede Menge Platz für praktisches Brainstorming und die Entwicklung von Prototypen. In der Freizeitanlage vor der Tür lassen sich diese Produkte dann direkt testen. Die F&E-Innovationstechnikerin Sara Lundberg ist die einzige Vollzeitangestellte in der Verkstad und kümmert sich um alles Organisatorische. Natürlich stehen die Türen aber der gesamten Belegschaft aus allen Abteilungen offen.
Wir glauben, dass Innovation aus dem Aufeinandertreffen unterschiedlicher Bedürfnisse, Ideen oder Expertise entsteht. Damit derartige Innovationen überhaupt möglich werden können, ist eine firmeneigene Werkstatt wichtig.
Erik Blomberg
Forschung und Entwicklung finden nämlich nicht ausschließlich am Schreibtisch statt. „Bei F&E geht es um etwas ganz anderes“, sagt Erik. „Es geht darum, etwas zu erschaffen. Die Verkstad ist ein Hub, in dem sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am runden Tisch treffen, Zeichnungen präsentieren und Mock-ups besprechen. Wenn du in der Verkstad umgeben von den Materialien und Nähmaschinen mit deinen Zeichnungen beginnst, ist ein Prototyp schnell entwickelt.
In der Verkstad darf es auch gern ein wenig chaotischer zugehen. Am Ende des Tages ist der Tisch voll mit Prototypen, Papier und Zeichnungen … und man kann es einfach so lassen. In einem Konferenzraum müsste man gegen Feierabend die Tische abräumen und das Whiteboard sauber machen. Danach braucht es Zeit, um zurück in diese (kreative) Stimmung zu kommen.“
Henrik fasst das so zusammen: „Es sollte einfach sein, etwas zu erschaffen. In der Verkstad haben wir die Möglichkeit dazu.“
„Natürlich ist das kein neuer Prozess“, scherzt Erik. „In der Verkstad machen wir das nur effizient.“
Das Designer-Mindset: „Donnerstag wird anstrengend, aber das ist okay.“
Für den Erfolg der Verkstad kommt es darauf an, wie dort Innovationen entstehen können.
„Die Verkstad einzurichten – Nähmaschinen und das Equipment zu kaufen – ist der leichteste Teil“, erklärt Eric. „Schwieriger wird es, wenn wir mit der Arbeit an einer Produktentwicklung beginnen. In der Verkstad lösen wir Probleme direkt im eigenen Unternehmen. Dazu gehören Runden von Low-Fidelity-Prototypen, Tests und Verfeinerungen. Wenn der endgültige Prototyp eines Designs dann aber steht, ist das Produkt zu 80 oder 85 Prozent fertig und sieht auch wie ein richtiges Produkt aus. Man kann es tragen und ein Gefühl dafür bekommen. Der ganze zusätzliche Aufwand und die eingebrachte Zeit zahlen sich aus.“
Glücklicherweise, so Erik, kommt dieser intensive Innovationsansatz beim F&E-Team gut an. „Designerinnen und Designern ist es ein grundlegendes Bedürfnis, Dinge zu kreieren. Wir wollen etwas mit unseren Händen erschaffen, egal ob wir zeichnen, nähen oder bauen. Für das Team ist eine solche Arbeitsweise sehr erfüllend.“
Henrik sagt dazu: „Es ist zwar bereichernd, aber nicht unbedingt leichter. Du zeichnest nicht einfach ein Produkt und schickst es dann an andere in der Hoffnung, dass sie dein Design in einen guten Prototyp verwandeln. Der Prozess in der Verkstad verlangt nach mehr Köpfchen und Teamarbeit. Als Designerin oder Designer sagt man sich dann halt, ‚Donnerstag wird anstrengend, aber das ist okay'.“
Die Verkstad und die Prozesse funktionieren also. Aber wie können die Kundinnen und Kunden von Fjällräven diese Innovationen selbst erleben? Mit einem X, denn das steht für Exploration.
Klein anfangen: „Fast jedes Produkt hat das Zeug zum X-Produkt.“
Durch Innovationen sollen häufig neue Wege beschritten, Kundinnen und Kunden angelockt oder neuer Schwung in den Markt gebracht werden. In der Verkstad vereinen wir Innovationen mit bereits bestehender Ausrüstung aus einer Produktfamilie. Dadurch „hat fast jedes Produkt das Zeug zum X-Produkt“, um es in Eriks Worten zu sagen.
Mit der Singi-Reihe haben wir angefangen. Henrik erklärt uns, warum: „Wir fanden es interessant, eine typische Fjällräven-Produktfamilie mit unseren Innovationen zu versehen. Singi umfasst bewährte Produkte aus bewährten Materialien und trägt viel von unserer DNA in sich. Diese Reihe zeigt, dass wir uns nicht stark verändern oder ständig neue Produkte auf den Markt bringen müssen.“
Erik fügt hinzu, dass Nachhaltigkeit die größte Motivation für Innovationen bei Fjällräven sei. „Wir haben neue Materialien mit einer geringeren Umweltbelastung erforscht, Lösungen für langlebigere Produkte gesucht und überlegt, wie sich Produkte leichter reparieren lassen.“
Wie diese innovativen Ideen in der Realität aussehen, zeigt sich am Singi X-Anorak. Er besteht zu 100 % aus Baumwolle. Der Stoff ist eng gewebt sowie für Wind- und Wetterbeständigkeit mit Druck und Wärme kalandriert. Obwohl leichte Baumwolle strapazierfähig ist, kann sie an gefalteten Stellen brechen, weshalb die Bündchen des Anoraks für zusätzlichen Schutz paspeliert wurden. Aus dem gleichen Grund sind anpassbare Teile der Jacke mit Polyestergewebe gefertigt. An den Bündchen sorgt ein Zugverschluss für eine ideale Passform, ganz ohne Klettverschluss (denn dieser verliert mit der Zeit an Qualität und sammelt Schmutz an). Die Kapuze lässt sich mit leicht ersetzbaren Kordelzügen anpassen, deren Enden in den Tunnelzug eingearbeitet und nicht in das Kleidungsstück eingenäht sind.
Alle Singi X Produkte, die im Herbst/Winter 2023 auf den Markt kommen, testen den Markterfolg von mindestens einer Innovation. Die Singi X-Balaclava ist mit einer Einzelnaht gefertigt. Die Singi X-Capbekam eine neue Passform für Schutz bei unterschiedlichen Bedingungen. Die Singi X-Gaiters wurden für leichte Reparierbarkeit optimiert. Die Singi X-Trousers bestehen aus G-1000 Stretch und haben zusätzliche Einsätze für Bewegungsfreiheit und Tragekomfort.
Jedes Produkt wurde akribisch und lange entwickelt, immer wieder verbessert und in der Praxis getestet. In diesem langen Zeitraum zwischen der Grundidee und der Markteinführung sieht Erik einen Vorteil für unsere Kundinnen und Kunden: „Klar, X ist wie ein Testgelände, aber diese Produkte sind keine ‚Laborprodukte’. Wir verkaufen keine verrückten Ideen. Wir möchten, dass in Zukunft weitere Produkte mit einem X versehen werden und gleichzeitig lange halten. Das ist Innovation à la Fjällräven.“
Veröffentlicht im September 2023
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