
Fjällräven Polar
Lesedauer 8 Minuten
300 Kilometer auf dem Hundeschlitten durch Eis und Schnee in der arktischen Wildnis während des Fjällräven Polar erinnerten die Instagrammerin und Tech-Gesundheitsexpertin Linda Meixner daran, dass die härtesten Momente im Leben auch zu den größten Wahrheiten führen können.
Linda Meixners Instagram-Bio ist mit dem Motto „Outdoor & Happiness“ überschrieben. Viele ihrer Posts zeigen eine bildhübsche blonde Frau an atemberaubenden Orten in den Alpen. Im Sommer faulenzt sie auf einer Wiese voller Wildblumen, im Winter gleitet sie formvollendet auf Ski die Tiefschneehänge hinunter. Dazwischen findet sich jedoch Lindas Beitrag vom 12. April 2022. Er zeigt fast nur ihre Augen. Den Rest des Bildes füllen eine Schneebrille und die fellbesetzte Kapuze eines dicken Winterparkas. Einige Haarsträhnen wehen vor ihrem Gesicht im Wind.
„Der Witz an diesen Zusammenbrüchen ist, dass sie sich oft in Durchbrüche verwandeln – und dass das Nichts zu Klarheit wird.“
Sie blickt direkt in die Linse der Kamera, ohne zu lächeln. Die Bildunterschrift lautet: „Zurück vom bisher intensivsten Abenteuer meines Lebens … ein Abenteuer, das schwer in Worte zu fassen ist und das wohl nur die ganz und voll verstehen, die es erlebt haben … erschöpft, müde, glücklich und unheimlich zufrieden.“
Als ich sie nach ihren Erlebnissen beim Fjällräven Polar frage, lacht sie lange und hart – ein Lachen, das vieles beinhaltet. „Es war eine Erfahrung, die mein Leben total verändert hat. Oh mein Gott! Es war meine erste Expedition in einer polaren Umgebung. Die Leute, die dabei waren, wissen, was passiert ist, und können auf eine sehr tiefgehende Weise davon erzählen. Meine Teamkollegen und ich sind immer noch miteinander verbunden. Wir nennen uns das A-Team.“ Sie liest aus einer Nachricht vor, die sie im Hotelbett schrieb, nachdem sie die 300 Kilometer über Schnee und Eis mit dem Hundeschlitten zurückgelegt hatte.
Linda kennt extreme winterliche Verhältnisse schon ihr ganzes Leben lang. Bereits im Alter von zwei Jahren stand sie in dem Bergdorf Gargellen im Montafon, in dem sie aufgewachsen ist, erstmals auf Ski. Später gab sie in ihrer Freizeit Skiunterricht. Sie hat schon überall auf der Welt eisige Bedingungen erlebt. Aber von alldem war der Fjällräven Polar für sie die größte Herausforderung. „Du ziehst deine gefrorenen Schuhe und deine gefrorenen Hosen an. Du bist geschockt. Der Schlafsack ist gefroren, und du kannst ihn nicht trocknen. Das ist eine völlig andere Ebene. Es ist einfach etwas anderes, wenn man tagelang draußen in der Kälte schläft.“
Linda kennt extreme winterliche Verhältnisse schon ihr ganzes Leben lang. Bereits im Alter von zwei Jahren stand sie in dem Bergdorf Gargellen im Montafon, in dem sie aufgewachsen ist, erstmals auf Skiern. Später gab sie anderen in ihrer Freizeit Skiunterricht. Sie hat schon überall auf der Welt eisige Wetterbedingungen erlebt. Aber von all dem war der Fjällräven Polar für sie die größte Herausforderung. „Du ziehst deine gefrorenen Schuhe und deine gefrorenen Hosen an und stehst unter Schock. Der Schlafsack ist gefroren, und du kannst ihn nicht trocknen. Das ist eine völlig neue Erfahrung. Es ist einfach etwas völlig anderes, wenn man tagelang draußen in der Kälte schläft.“
„Ich habe fünf Tage lang nicht in den Spiegel geschaut. Es war mir einfach egal. Es ging einfach um das Vertrauen in die grundlegenden Funktionen des menschlichen Daseins.“
„Man verbringt Stunden auf dem Schlitten. Manchmal hatte ich komische Bilder im Kopf: ‚Werde ich jetzt einfach zusammenbrechen? Was würde passieren, wenn ich den Schlitten einfach loslasse?‘ Man treibt sich selbst immer weiter an – man erlebt diese kleinen mentalen Zusammenbrüche.“
Aber der Witz an diesen Zusammenbrüchen sei, dass sie sich oft in Durchbrüche verwandelten – und dass das Nichts zu Klarheit werde. „Du fährst stundenlang durch das Nirgendwo. Manchmal siehst du ein Tier, vielleicht einen Vogel. Um dich herum ist nichts. Ich liebe dieses Gefühl, nur von der Natur, den Hunden und den Menschen umgeben zu sein, mit denen ich unterwegs bin. Du spürst, wie winzig du auf dieser Welt bist. Das hat mich gelehrt, dass du mit viel, viel weniger leben und glücklich sein kannst.“
Während des Fjällräven Polar sagte Linda zu ihrer Zeltnachbarin, dass sie zukünftig ihren Lebensstil und ihren Haushalt auf ein Minimum reduzieren wolle. Sie beschloss, danach einige Zeit in einem Dachzelt auf ihrem Auto zu leben. „Weil man da draußen so gut wie nichts braucht. Das ist etwas, das ich wirklich liebe.“
Lindas Drang zur Reduzierung hatte schon vor dem Fjällräven Polar in ihr zu keimen begonnen. Aber die meditative Landschaft und das auf das Notwendigste beschränkte Dasein während der Expedition brachten diese Gefühle noch deutlicher zum Vorschein. Schon einfache Freuden bedeuteten hier tiefe Zufriedenheit. „Es waren die kleinen Dinge: Die Menschen, die um mich herum waren, die Verbindungen zu meinen Teamkollegen. George, der den Hunden einen lustigen Witz erzählt. Warmes Wasser. Der Kaffee am Morgen. Das Kuscheln mit den Hunden.“
„Das absolute Minimum reicht aus, um im Leben glücklich zu sein.“
Schließlich dehnte sie ihre neu gefundene Wertschätzung für die einfachen Dinge auch auf sich selbst aus. „Als Frau hört man oft den Satz: ‚Du bist gut genug.‘ Aber beim Fjällräven Polar geht es nicht darum, ob du gut genug bist. Du kannst einfach du selbst sein. Es ist einfach nur der Zustand des Seins, weißt du? Ich habe fünf Tage lang nicht in den Spiegel geschaut. Es war mir einfach egal. Denn es ging nur um mich, mein Verhalten im Team, und wie wir zusammenarbeiten. Es ging einfach um das Vertrauen in die grundlegenden Funktionen des menschlichen Daseins.“
Linda macht sich viele Gedanken darüber, was es bedeutet, ein Mensch in der modernen Welt zu sein. Vor zwei Jahren gründete sie das Offline Institute, das sich für eine „digitale Balance auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse“ einsetzt. Das erste große Projekt des Offline Instituts fällt mit dem Beginn von Lindas Doktoratsstudium der Philosophie im Herbst zusammen. Sie hat eine Studie darüber entworfen, wie es sich auf unsere Gesundheit auswirkt, wenn wir die Nutzung technischer Geräte zeitlich einschränken. „Dies wird die erste Studie sein, die wissenschaftlich untersucht, wie wir von der Sucht nach unseren Smartphones wegkommen.“
Es scheint eine ziemliche Ironie darin zu liegen, dass jemand, der in den sozialen Medien so erfolgreich ist wie Linda, eine Institution wie das Offline Institut gründet. Aber es war ähnlich wie beim Polar: Ein schwieriger Moment führte sie letztlich genau dahin, wo sie sich jetzt wohlfühlt.
„Mein Einstieg auf Instagram waren einfach nur Fotos von mir in der Natur. Dann wuchs mein Account bis zu einem Punkt, an dem ich ein Problem bekam. Die Natur und die Berge wurden zu meiner Bühne. Ich hatte nur noch das Gefühl, dass ich dort Inhalte erstellen muss.“ Dann kamen Verletzungen: Bänderrisse und Nervenschäden im Schulterblatt. Auf einmal folgten Ängste. „Plötzlich war ich eine öffentliche Person und fragte mich: ‚Was denken die Leute eigentlich über mich?‘“
Linda begab sich in Therapie und verbrachte während ihres Masterstudiums einige Zeit ohne ihr Smartphone. „Ich hatte Zeit, über mich selbst nachzudenken: ‚Wer bin ich? Was sind meine Träume und Ziele?‘ Ich erkannte, dass nicht nur ich dieses Problem hatte. Die ganze Welt hat ein Suchtproblem. Also gründete ich das Offline Institut.“ Ihr Motto „Outdoor & Happiness“ erklärt sich damit immer präziser. Lindas neue Mission ist es, Menschen in die freie Natur zu bringen. „Die Natur ist eine große Sache. Ich glaube, in unserer Gesellschaft bewegt sich alles immer schneller. Aber die Natur, die Bewegung an der frischen Luft, ist eines der wichtigsten Dinge, bei denen man Stress abbauen kann.“
„Die Natur und die Berge wurden zu meiner Bühne. Ich hatte nur noch das Gefühl, dass ich dort Inhalte erstellen muss.“
Heute gleicht Linda ihre Arbeit am Bildschirm mit Zeit in der Natur aus. „Wenn ich in den Bergen bin, mache ich Bilder und Geschichten. Dann lade ich sie hoch, wenn ich nach Hause komme. Beim Fjällräven Polar war das völlig anders. Eigentlich war ich gar nicht so oft an meinem Handy. Ich habe dort wirklich versucht, alles in mich aufzusaugen.“
Lindas Forschungsprojekt dauert einen Monat. Aber sie ist auf der Suche nach einem Gleichgewicht zwischen Mensch und Technik – und dieses soll auch langfristig halten. Das ist die Frau auf dem Foto mit dem Parka. Das ist die Frau mit den stillen, schweigenden Augen, die den Schlitten länger festhält, als sie es sich zugetraut hat. Das ist die Frau, die unbequem sein will. Das ist die Frau, die immer bereit ist, in die Tiefe zu gehen und ihre Erkenntnisse zu teilen.
Von Jasmine Pahl.
Jasmine Pahl ist Schriftstellerin und liebt es, als Rucksacktouristin und Pilzesammlerin wilde Orte in British Columbia, Kanada und den Appalachen zu erkunden.
Einfach mal abschalten
Linda Meixners beste Tipps, um wieder zu dir zu finden, wenn du zu viel am Smartphone hängst.
1) Verbanne das Smartphone aus deinem Schlafzimmer
Du kannst dich nachts viel besser erholen, wenn du auf das schlafstörende blaue Licht und das stresserzeugende Scrollen auf deinem Smartphone verzichtest. „Das ist eine große Sache. Du wirst viel besser schlafen. Wenn du dich daran gewöhnt hast, ohne Smartphone zu schlafen, solltest du in deinem Zuhause weitere Smartphone-freie Zonen einrichten.“
2) Nutze eine Armbanduhr
Ein kurzer Blick auf die Uhrzeit muss nicht gleich bedeuten, dass man im E-Mail-Wurmloch hängen bleibt.
3) Geh raus ins Freie
„Die Natur und insbesondere die Bewegung an der frischen Luft ist eine der besten Möglichkeiten, Stress abzubauen. Ein Freund von mir hat es so ausgedrückt: ‚So kann man im 21. Jahrhundert überleben.‘“
4) Atme tief ein
Tiefe Atemzüge aktivieren unser parasympathisches Nervensystem, das die körpereigene Kampf-Flucht-Reaktion sanft unterbricht. Buchtipp: „Breath – Atem: Neues Wissen über die vergessene Kunst des Atmens | Über das richtige Atmen und Atemtechniken” von James Nestor
5) Achtsamkeit im Umgang mit Technologie
Linda empfiehlt die Heart-Math-Methode, die deine Herzfrequenzvariabilität mit der Gesundheit deines Gehirns in Verbindung bringt.
Erlebe das Abenteuer deines Lebens
Was ist der Fjällräven Polar?
Wir nennen es den Fjällräven Polar, aber was ist es genau? Finde es hier heraus.
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